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Etappen des spanischen Jakobsweges
Santiago de Compostela
Camino Francés
Der berühmteste Pilgerweg ist in Spanien der Jakobsweg. Seine Hauptroute ist der Camino Francés mit dem vorgelagerten navarrischen Weg oder aragonischen Weg. Wir sind ihn - auf beiden Varianten - von der französischen Grenze bis Santiago de Compostela gelaufen. Werden auch Sie Pilger und pilgern sie mit, von Etappe zu Etappe.

Die Etappen des spanischen Jakobsweges, des Hauptweges, verlaufen von Saint-Jean-Pied-de-Port über Roncesvalles, Pamplona, Puente la Reina, Villamayor de Monjardin, Logrono,Viana, Navarrete, Najera, Santo Domingo de la Calzada, Burgos, Hornillos del Camino, Castrojeriz, Fromista, Carrion de los Condes, Calzadilla de la Cueza, Sahagun, El Burgo Ranero, Mansilla de las Mulas, Leon, Ponferrada, Hospital de Orbigo, Astorga, Rabanal del Camino, Molinaseca, Villafranca del Bierzo, O Cebreiro, Melide, Triacastela, Sarria, Portomarin, Palas de Rei, Arzua, Pedrouzo und zur Kathedrale Santiago de Compostela.

In Wirklichkeit ist diese Strecke aber nur ein Teilstück eines weitläufigen historischen Routennetzes, das hauptsächlich in Ost-West-Richtung durch ganz Europa verläuft. Diese europäische Route führt von Polen über Ungarn, Österreich, Deutschland, die Schweiz, Belgien und Frankreich nach Santiago.
Genau genommen sogar weiter als nach Santiago de Compostela, bis zum Kap Finisterre, einem mythischen Ort am Atlantik, von dem die Menschen im Mittelalter annahmen, er sei das Ende der Welt. Es gibt auch Routen des Jakobwegs, die von England, Portugal oder Südspanien nach Santiago führen. Nimmt man nur Deutschland, so findet man dort 20 Jakobswege.
4)Alle, nach Santiago de Compostela pilgern, finden ihr gemeinsames Ziel in der dortigen Kathedrale. Hier sollen, so die Überlieferung, die Gebeine des Apostels Jakob begraben sein. Wissenschaftlich nachgewiesen hat man das nicht. Es gibt jedoch Legenden. Danach sollen die als Reliquien verehrten Knochen im 9. Jahrhundert in einem Wald in der Nähe entdeckt worden sein. Erzählt wird von einem hellen Licht, welches dem Eremiten Pelayo auf einem Feld in Galicien erschienen sein soll. Es wurde als ein göttliches Licht interpretiert, das Pelayo und den Bischof Theodomir von Iria Flavia auf die Suche gesandt habe. In einem Eukalyptuswald sei, so wird weiter berichtet, eine Grabkammer gefunden worden. Für die Finder habe festgestanden, dass es sich dabei um die Grabkammer, das Mausoleum des heiligen Jakob gehandelt habe. Heute kann man in einem Schrein in der Gruft der Kathedrale von Santiago Haare, ein Schlüsselbein und zwei braune Zähne betrachten.
So wurde Santiago de Compostela mit dem Camino de Santiago neben Rom und Jerusalem zu einem der drei Peregrinationes Maiores.
Zurück zum Kernstück des Jakobweges, dem Camino Francés. Es beginnt in Saint-Jean-Pied-de-Port. Von dort steigt man in etwa 7 Stunden hinauf zum Ibaneta-Pass in den Pyrenäen. Das Kloster Roncesvalles ist die erste Station auf dem spanischen Jakobsweg. Das Kloster liegt jenseits der Passhöhe.
Der Jakobsweg war bereits im Mittelalter eine der wichtigsten Pilgerstraßen Europas. Heute „gehen“ ihn jährlich bis zu 200.000 Pilger aus ganz Europa: zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf dem Pferd oder Esel. Die Route führt über die Pyrenäen nach Pamplona, über Burgos und Leon bis nach Santiago. Dieses Kernstück des Jakobweges nennt man den Camino Francés.

Die päpstliche Anerkennung des Jakobswegs brachte schon in der früheren Jahrhunderten Popularität. Es wurden Hospize gebaut, Kirchen und Klöster erweitert. Es kam fremde Kultur nach Spanien, philosophische Lehren, Rebsorten und Heilmittel. Der Humanismus und Protestantismus im 16. Jahrhundert jedoch führte zu einem Rückschlag für die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Martin Luther hinterfragte die Echtheit der Gebeine des Heiligen St. Jakobus in der Kathedrale von Santiago. Und auch die Unsicherheit entlang des Weges steigt: kriegerische Auseinandersetzungen und Wegelagerer bedrohen die Pilger. Ende des 16. Jahrhunderts wird von Erzbischof Clemens verfügt, die Gebeine des Jakobus zu verstecken. Er befürchtet, Sir Francis Drake können Galicien angreifen und die Gebeine zerstören.

Erst 1879 werden die Gebeine wieder gefunden – und der Pilgerzug setzt erneut ein. Doch der Boom beginnt erst in den 1990er Jahren. Und er wird immer größer: immer mehr Pilger kommen über den Jakobsweg nach Santiago de Compostela, aus ganz Europa, aus Asien und Amerika. Im Frühjahr 1985 bereits stellten die spanischen Bischöfe beim Europarat den Antrag, den Jakobsweg als Kulturgut von europäischer Bedeutung zu würdigen. Der Europarat stimmte zu und der Camino durfte sich nun „Erste europäische Kulturstraße“ nennen. Im Jahr 1993 wird der Jakobsweg von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.