Theologen fordern Zulassung von verheirateten Priestern – Bischof von Münster dagegen

Verschiedene Theologieprofessoren forden eine Diskusion über alternative Gemeindeleitung und die Zulassung Verheirateter zum Priesteramt. Der Bischof von Münster, Felix Glenn, geht jedoch auf Distanz zum dem Memorandum, das bisher 228 Theologen unterzeichnet haben.

Er erklärte, dasss auch in Zukunft die Leitung einer Pfarrei mit dem priesterlichen Dienst verbunden bleibe. Der Vorschlag, auch verheiratete „viri probati“ zur Priesterweihe zuzulassen, lehnt Glenn ab. Er sagte, dass er von der Verbindung zwischen priesterlichem Amt und eheloser Lebensweise überzeugt sei. Die Kirche sei zudem vom Autrag und der Weisung Jesu her nicht ermächtigt, das Sakrament der Weihe Frauen zu spenden. Dennoch müsse die Kirche darüber nachdenken, wie Frauen in Leitungsaufgaben der Kirche, die nicht an die Wehe gebunden sind, noch mehr Berücksichtigung finden.

Der Bischof von Münster hat Sorge, dass die Forderung nach mehr Verständnis für gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder wiederverheiratete Geschiedene einerAuflösung des Ehebegriffs fördere. Er erklärte jedoch auch, dass die Kirche in ihrer Seelsorge allen Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensformen zur Seite stehen müsse, auch homosexuell lebenden Menschen.

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3 Kommentare zu Theologen fordern Zulassung von verheirateten Priestern – Bischof von Münster dagegen

  1. Kurt sagt:

    Bischof Glenn verbarrikadiert sich geradezu hinter dem Codex Juris Canonici. Das ist ein amtskirchlicher Gesetzestext, der umfangreicher ist als die vier Evangelien nebst den Briefen des Apostels Paulus. Dieser Codex Juris Canonici wurde allerdings von Menschen geschaffen, Jahrhunderte nach dem Tod Jesu am Kreuz.
    Bischof Glenn sagt „Die Kirche sei zudem vom Auftrag und der Weisung Jesu her nicht ermächtigt …“ Da könnte man fast denken, der Codex Juris Canonici sei von Jesus Christus höchstpersönlich abgesegnet worden. Wenn der Bischof dieser Auffassung ist, sollte er das einmal näher und nicht nur in eins, zwei Sätzen erläutern.

  2. Sabi sagt:

    Ich möchte anmerken, dass die Väter des 2. Vatikanischen Konzils bereits vor Jahrzehnten herausgearbeitet haben, wie eine auf dem Boden des Evangeliums stehende Kirche sich weltoffen und menschennah darstellen kann, ohne ihre eigene Identität zu verlieren. Das wurde auch in den Konzilsdokumenten niedergelegt.
    Leider hat sich in der jüngsten Vergangenheit, sprich seit dem Beginn des Pontifikats Ratzingers die weltoffene Ausrichtung der Kirche fast in das Gegenteil verkehrt. Man kann schon fast von einem rückwärtsgerichteten Traditionalismus sprechen.
    Eine Denkschrift wie das Theologen-Memorandum Kirche 2011 – ein notwendiger Aufbruch sehr zu begrüßen.
    Ich halte es für verfehlt, wenn Bischof Glenn dieses Memorandum in kurzen Worten als „Erschwernis“ für den innerkirchlichen Dialog bezeichnet. Immerhin handelt es sich um ein Werk der theologischen Elite im deutschsprachigem Raum. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln …

  3. Kosta sagt:

    Lehrreicher Beitrag. Interessant, wenn man das Thema auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann.

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