Papst sorgt sich um Christen im Orient

Aufgrund der Anschläge auf Christen im Irak und in Agypten, aufgrund unterdrückter Gläubiger in vielen anderen Ländern, besonders in muslimischen Ländern, geht der Papst in die Offensive. In zwei Reden zum Jahresbeginn ging Papst Benedikt XVI auf die verfolgten Christen ein.

Das hat zu Verstimmungen in islamischen Ländern geführt. Kairo ist verärgert über die „inakzeptable Einmischung in innere Angelegenheiten“. Das Oberhaupt der katholischen Kirche beklagt die bedrohte Religionsfreiheit von fast 1,2 Millionen Katholiken. Nach den jüngsten Anschlägen in Alexandria appellierte der Papst an die betroffenen Regierungen: Diese Folge von Angriffen ist ein weiteres Zeichen für die dringende Notwendigkeit, dass die Region trotz der Schwierigkeiten und der Drohungen wirksame Maßnahmen zum Schutz der religiösen Minderheiten ergreifen. Der Papst forderte, dass sich auch die islamischen Religionsführer dafür einsetzen sollten, dass die Christen in der Region in Frieden leben könnten.

Doch das Verhältnis der Religionen untereinander ist schwierg, war es immer schon. Bei den Muslimen hatte Joseph Ratzinger bei seiner sog. Regensburger Rede im Jahr 2006 ausgelöst. Er hatte einen byzantinischen Kaiser zitiert, wonach der Prophet Mohammed nur „Schlechtes und Inhumanes“ gebracht habe. Allerdings brachte die Rede schießlich einen islamisch-christlichen Dialog auf den Weg.

In der Zwischenzeit nehmen die Spannungen zu. Circa 100 Millionen Christen in der ganzen Welt werden wegen ihres Glaubens verfolgt. Das hat das Hilfswerk „Open Doors“ publiziert. Der Islam sie in acht der zehn Länder, in denen Christen bedrängt werden, die Religion der Mehrheit.

Kairo hat aufgrund der päpstlichen Ermahnungen seine Botschafterin beim Vatikan zu Konsultationen, wie es hieß, zurückgerufen. Daraufhin erklärte der vatikanische Außenminister, dass der Vatikan keine Eskalation wolle. Er erläuterte, dass die Worte des Papstes Ausdruck der Sorge um alle von Gewalt und Verfolgung bedrohten Gläubigen sei. Der Papst teile den Schmerz, der Ägypten wegen der Anschläge heimsuche.

Politische Beobachter halten die päpstliche Kritik für angemessen.

Der Vatikan hat aber auch Probleme mit Pakistan. Das dortige Blasphemie-Gesetz hat den Papst sich sorgen lassen, weil es zu religiös begründerter Rache an Christen führen könnte.

Radikale Islamisten sehen die Kritik des Papstes als Teil eiiner Verschwörung, um die Weltreligionen gegeneinander auszuspielen.

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