Papst auf Martin Luthers Spuren

In Erfurt wird es am Freitag eine katholisch-protestantische Begegnung auf höchster Ebene geben. Sensationen werde es nicht geben, sagte Papst Benedikt XVI. Dazu ist die Zeit auch zu kurz. Dreißig Minuten bleiben für Gedanken, Gebete und Gespräche in Erfurt. Die Symbolkraft steht deshalb im Vordergrund. Die Ortswahl wird aus protestantischer Seite als Zeichen gewertet. Die thüringische Landeshauptstadt Erfurt ist eng mit der Person des Reformators Martin Luther verknüpft. Hier trat er in das Augustinerkloster ein, hier wurde er Priester und legte mit seinen Bibelstudien die Grundlage für die spätere Reformation.

Er war der Papst, der mehr Zeit und eine stärkere Betonung der ökumenischen Komponente wünschte. Als Kardinal Ratzinger hatter ein ins seinem Dokument „Dominus Jesus“ im Heiligen Jahr 2000 den Protestanten das Kirche-Sein im Vollsinn abgesprochen. Anfang 2011 erfolgte ein bemerkenswerter Briefwechsel zwischen dem rheinischen Präses, der EKD-Ratsvorsitzender ist, und dem Papst. Der Papst erklärte seinerzeit, dass bei der Deutschlandreise ein stärkerer ökumenischer Akzent notwendig sei. Er werde alles tun, damit die Begegnung mit den evangelischen Christen gebührend Raum erhalte.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Zollitsch, sagte, dass sich der Papst bewußt sei, dass man genau auf das achten werde, was er zu Martin Luther sagen wird. Der Erzbischof erklärte, dass er sich vorstellen könne, dass aus der Begegnung ein Auftrag werden könne, gemeinsam einige Dinge aufzuarbeiten, die trennend wirkten.

Viele katholischen und evangelischen Christen wünschen sich, dass der Papst das Fenster der Ökumene ein Stück weiter als bisher öffne und damit die guten ökumenischen Beziehungen der Kirchenbasis stärkt.

Im Jahr 2017 jährt sich der Reformationstag zum 500sten Mal.

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