Klostermedizin: Heilkunde aus dem Mittelalter

Im Mittelalter bildeten die Klöster wahre Inseln der Ruhe und Stille, inmitten einer Zeit von Krankheit, Gewalt, Krieg und Tod. Hier liegt die Geburtsstunde der Klostermedizin. Die Mönche bewahrten und förderten nicht nur das Wissen von Kunst und Wissenschaft, sondern auch der Medizin. Sie sammelten Wissen über Heilkräuter und Heilpflanzen und erweitereten dieses Wissen fortlaufend. Hinter den Klostermauern fand sich bald ein Heilwissen von großer Bedeutung.

Karl der Große sah die Klöster auch als kulturförderndes Element und machte sie im 8. Jahrhundert zu Stätten der medizinischen Bildung und der Wissenschaft.

Die Klostermedizin, also der Arzneischatz der mittelalterlichen Klöster, greift zum weit größten Teil auf die Heilpflanzen, die Pflanzenkunde zurück. Denn Heilpflanzen hatten schon in den Jahrhunderten zuvor die größte Bedeutung, wenn es um die Wiederherstellung oder Erhaltung der Gesundheit ging.

Die Mönche versorgten die Bevölkerung medizinisch. Das war schon vor Karl dem Großen so und geht auf Benedikt von Nursia zurück, der im Jahr 5929 die Regula Benedicti schug und in Italien auf dem Monte Cassino ein Kloster gründete. Daraus entwickelte sich der Orden der Benediktiner. In der Benediktregel steht u.a. geschreiben, dass die Sorge für die Kranken vor und über allen Pflichten stehe. Man solle ihnen so dienen, als wären sie wirklich Christus. Jedes Kloster müsste einen besonderen Raum für die Krankenpflege schaffen und einen „Klosterdiener“ bereitstellen. So entstanden die ersten Klosterspitale mit Mönchsärzten.

Die Mönche stützen sich bei dem Studium der Klostermedizin auf alte Texte und sie gruben altes heilkundliches Wissen aus. Sie übersetzten nicht nur medizinische Texte aus dem Lateinischen, Arabischen und Griechischen, sondern fassten auch alte Werke neu und erweiterten sie mit ihrem Wissen.

Die heilbringende Kräuter, die die Zutaten für ihre Klostermedizin wurden, sammelten sie in den heimischen Wäldern und Wiesen, bauten sie aber auch in den Klostergärten an. Die Arzneipflanzen wurden geerntet und getrocknet, anschließend verarbeitet und gemischt. Die Rezepte waren oft nicht einfach. Eine Klostermedizin bzw. Arznei konnte über hundert verschiedene Pflanzenarten enthalten.

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