Benediktiner blicken auf über 1500 Jahre Monte Cassino zurück

Benedikt von Nursia gründete im Jahr 529 sein Kloster Monte Cassino in Italien. Bezüglich der Regel für die Ordensgemeinschaft seiner Bendiktinier griff er auf bereits bestehende Regeln wie die Magisterregel oder die Regeln Kolumbans zurück. Er fasste sie neu und wog ab. Damals dachte er sicherlich nicht daran, dass aus seinem Handeln ein Orden entstehen würde, der sich über Monte Cassino hinaus ausbreiten und über ein und ein halbes Jahrtausend Bestand haben würde. Die Benediktregel, die Regula Benedicti, beinhaltet vor allem die Gelübde Armut, Gehorsam, Keuschheit und Zölibat, ein gemeinschaftliches Leben und die strikte Aufteilung des Klostertages in Arbeit, Beten, Schweigen und Schlaf. Auch die stabilitas loci, die lebenslange Zugehörigkeit zu dem Eintrittskloster war in der Benedikusregel enthalten.

Benedikt hat weit gedacht, das Kloster sollte aus eigener Kraft alles zum Leben notwendige liefern. So verlangte Benedikt von einem Kloster, dass es Wasser, eine Mühle und einen Klostergarten beinhalten müsse. Des weiteren sollten die Mönche unterschiedliche Berufe ausüben. Auch die Klosterräume benannte Benedikt: es gab das Oratorium, den Gebetssaal, das Dormitorium, den gemeinschaftlichen Schlafsaal, das Refektorium, den Speisesaal, sowie Küche und Hauswirtschafsräume. Im Kloster muss es nach Benedikt auch ein Gästehaus, die Wohnungen für die Oblati, die dem Kloster übergebenen Kinder, sowie für die Novizen und den Pförtner geben.

Die Benediktregel wurde durch den Gedanken der Franken, „ein Reich – eine Kirche“ vor allem dich Winfried Bonifatius, stark verbreitet. Dieser hatte den päpstlichen Auftrag und unterstellte sein Kloster in Fulda sowie alle weiteren Klosterneugründungen der Benediktinerregel. Diese machte er zu der im Reich allein gültigen. Die Karolinger handelten dann und setzten den Gedanken Anfang des 9. Jahrhunderts in die Praxis um. Dies betraf auch schon existierende Klöster.  Die Karolinger sahen die Klöster als politisches und missionarisches Element. Damit bekamen die Klöster auch andere Aufgaben. Es wurden Klosterschulen eingerichtet. Die Mönche erhielten eine wissenschaftliche Ausbildung und studierten. Dies stand gleichwertig neben den kontemplarischen Aufgaben. Die Benediktinermönche waren für Gottesdienste in den Gemeinden zuständig.

Man spricht hier sogar von einer Kirchenreform nach benediktinischem Vorbild. Sie erlangte ihren Höhepunkt während der Regentschaft Kaisers Ludwig dem Frommen.

Seit dem 9. Jahrhunderte entwickelte sich der Benediktinerorden einheitlich. Um 830 herum entstand der Sankt Gallener Klosterplan, der die Idealvorstellung eines Benediktinerklosters niederlegt. Denn die Klöster des Reichs sollten auch baulich der Benediktinerregel entsprechen. Heute kann man mit dem österreichischen Kloster Neustift noch die Umsetzung dieses Klosterbauplans bewundern.

Die Benediktiner warfen auch einen Blick zurück auf Monte Cassino, und bauten ihre Klöster fortan auf Berghöhen.

Im 11. Jahrhundert wurde den Klöstern die Bevormundung durch das Reich jedoch zu viel. Sie strebten rechtliche Selbständigkeit an und besannen sich zurück auf die Kontemplation und die genaue Regelbefolgung. Dies kam mit der Hirsauer Reform zum Ausdruck. Die Benediktiner lehnten nun ihren politischen Einsatz, den Schuldienst, aber auch die Messen in der Gemeinde ab. Das hatte zur Folge, dass Gemeindekirchen und Pfarrkirchen gebaut wurden. Die Klosterkirchen waren ja fortan den Mönchen vorbehalten.

Da sich die Mönche nun stark auf die kontemplative Versenkung konzentrierten, ihre Messen ausweiteten und das Gotteslob, das laus perennis, beinahe ununterbrochen ausübten, hatten sie keine Zeit mehr, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Es musste eine Lösung gefunden werden und die war die Einführung der Laienbruderschaft, des Konversenamts. Es wurden Laienbrüder in die Gemeinschaft aufgenommen, die zwar ähnlich wie die Mönche lebte, aber nicht deren Status hatten. Sie waren wur deie Wirtschaft und den Unterhalt des Klosters zuständig. Die Konversen wohnten von den Mönchen abgetrennt in einem eigenen Gebäude des Kloster, aber innerhalb der Klostermauern. In der Klosterkirche waren sie ebenfalls getrennt von den Mönchen untergebracht.

Striktes Gotteslob bedeutete für die Benediktinermönche entweder beten oder absolutes Schweigen. Das erschwerte jedoch die Führung eines Klosters. Man führte also pro Tag eine einstündige Sprechzeit ein. Hierfür wurde ein neuer Klosterraum, das Parlatorium, geschaffen.

Hute gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz etwa 1500 Benediktiner Mönche.

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