Wanderprediger und Missionare

Der heilige Patrick

Der heilige Patrick brachte das Christentum im 5. Jahrhundert nach Irland. Die irischen Kelten ließen sich schnell bekehren und auch das Klosterleben blühte in Irland auf. Die irischen Mönche verschrieben sich der Christianisierung des Abendlandes. Zunächst zogen sie nach Schottland, dann ins restliche Europa, um dort die christlichen Lehren zu verbreiten.

Irische Missionare

Es war gegen Ende des 6. Jahrhunderts, als der heilige Columban der Jüngere mit seinen Anhängern im Reich der Merowinger, dem Frankenland, eintraf. Er gründete in den Vogesen drei Klöster: Luxeuil, Annegray und Fontaines. Diese Klöster wurden zur Grundlage, zum Ausgangspunkt der Mission in den dortigen heidnischen Landstrichen. Die Anhängerschaft Columbans wuchs und es wurden weitere Klöster gegründet, so Stablo, Malmedy und Saint-Denis. Die christliche Mission weitete sich immer mehr aus. Schüler Columbans waren etwa Gallus, der im Gebiet um den Bodensee wirkte, Eustaius, Agilus oder Agrestius, die in Bayern missionierten oder Kilian, der in Thüringen und um Würzburg wirkte. Die fränkischen Herzoge und auch der König Theoderich II standen bald im Streit mit den Missionaren, da diese auch deren ausschweifenden Sitten anprangerten.

Britische Wanderprediger

Im 7. und 8. Jahrhundert kamen auch angelsächsische Missionare auf das europäische Festland. Zu erwähnen sind etwa Bonifatius oder Willibrord. Sie wirkten in Thüringen, Hessen und an der Nordseeküste. Die Angelsachsen stellten auch gleich eine gute Verbindung zum Papst in Rom her. Der Papst stellte Vollmachten aus und gab die Erlaubnis, Klöster zu gründen und erlaubte, die Kirchenstruktur, auch in personeller Hinsicht, in den neu bekehrten Gebieten zu organisieren. Bonifatius verstand es zudem, sich staatlichen Schutz einzuholen, etwa beim fränkischen Hausmeier Karl Martell. Gerade Bonifatius trat als überzeugend gegenüber den heidnischen Brächen auf. Er persönlich fällte im Jahr 723 die Donar-Eiche bei Geismar in Nordhessen. Der Papst ernannte ihn zum Erzbischof und zum päpstlichen Abgesandten für Germanien. Er gründete viele Bistümer. Gleichfalls organisierte er die Diözesen. Die Bistümer Würzburg, Regensburg, Passau, Freising, Salzburg, Eichstätt und Erfurt sind von Bonifatius organisiert und strukturiert worden. Auf ihn geht auch zurück, dass der jeweilige Erzbischof eines Kirchengebietes vom Papst ernannt und bestätigt wird. Schon bald hatte er den Beinamen "Apostel der Deutschen". Er verfolgte das Ziel, die kirchliche Macht des Papstes mit der weltlichen Macht näher zusammen zu führen. Der Staat sollte die kirchlichen Sittengesetze achten. Im Jahr 751 wurde erstmals mit Zustimmung des Papstes die Königswürde vom letzten Merowinger auf den Karolinger Pippin übertagen. Damit setzte der Staat auf die Anerkennung seines Handelns durch die Kirche. Die Kirchen und Orden waren ihrer Struktur nach auf Rom, den Papst, ausgerichtet, gleichzeitig aber mit den weltlichen Herrschern verbunden. Die Klöster waren deshalb nicht nur religiöse Zentren, sondern auch wirtschaftliche. Sie bildeten den Mittelpunkt der Landwirtschaft und kümmerten sich um Arme und Kranke. Auch stellten sie Räume für Pilgerherbergen zur Verfügung. Das alles ging auf Bonifatius zurück, der im Jahr 754 den Märtyrertod in Friesland starb. Daneben wurden die Klöster auch zu Bildungszentren. In Ihren Bibliotheken fand sich das gesammelte antike Wissen. Besonders bedeutend waren in dieser Hinsicht die Klöster Lorsch (Lorscher Arzneibuch), St. Gallen, Fulda und Corvey. Die Karolinger und besonders Karl der Große, setzen bei ihrer Regierungstätigkeit stark auf die Position der Kirche und der Klöster. Letzte wurden zu Bildungsträgern ausgebaut. So verfasste Karl der Große im Jahr 789 eine Allgemeine Ermahnung zur Einrichtung der Skriptorien und Klosterschulen. Er führte auch die karolingische Minuskel ein, um eine einheitliche Schriftart zu gewährleisten. Sie wurde zur Grundlage der heutigen Schreib- und Druckschrift. Im Jahr 800 ließ sich Karl der Große in Rom vom Papst zum Kaiser krönen. Sein Sohn und Nachfolger, Ludwig der Fromme, führte auf den Aachener Reformsyonden von 816 und 817 die Benediktiner-Regel als verbindlich geltende Klosterregel für alle Klöster seines Reichs ein.