Klosterreform

Kloster Cluny und die Reformen

Im Laufe der Jahrhunderte verfiel das klösterliche Leben. Weltliche Gewohnheiten waren in die Klostermauern eingekehrt, die Benediktinerregel war in Vergessenheit geraten. Adlige wurden zum Abt gemacht und zogen mit ihrem Gefolge ins Kloster ein. Im 9. Jahrhundert kam das klösterliche Leben fast völlig zum Erliegen.

Die Schwelle zur Klosterreform war erreicht. Im Jahr 910 wurde im Burgund das Kloster Cluny gegründet. Es machte sich von allen weltlichen Einflüssen frei und gestattete ausschließlich dem Papst die Hoheit zu. Die Regeln des heiligen Benedikts wurden zugleich strikt eingehalten. Cluny wurde zum Vorbild und zum Namensgeber der cluniazensischen Reform. Viele Klöster taten dem Kloster Cluny gleich und kehrten zurück zur Ordnung des Benedikt. So entstand eine Ordensgemeinschaft mit dem Kloster Cluny als Mutterkloster. Sein Abt war nach dem Papst oberste Autorität dieses Ordens.
So weit so gut - doch Cluny wurde bekannt. Es erhielt Spenden, wurde gefördert. Der Orden baute repräsentative Klöster, seine Gottesdienste und Prozessionen waren schon bald das Gegenteil von dem, was der Grund seiner Gründung war, nämlich von Abgeschiedenheit, Armut und Arbeit.
Im auslaufenden 11. Jahrhundert gründete Robert von Molesme das Kloster Citeaux und den Orden der Zisterzienser. Möglichst große Distanz von der Welt wollten die Zisterzienser erreichen. Sie bauten ihre Klöster in abgeschiedene und schwer zugängliche Gegenheiten. Da ihnen Siedler folgen verdanken weite Teile Europas diesen Mönchen ihre Besiedlung.
Auch die Kartäuserklöster arbeiteten an einer Klosterreform und setzten diese um. Die Mönche lebten in abgetrennten Klosterzellen, verbrachten dort schweigend den Tag und kamen nur zum Gottesdienst zusammen.