Medizin der Mönche

In der heutigen Zeit besinnen sich immer mehr Menschen und ihre Ärzte auf die Medizin der Mönche zurück.

Klosterbibliothek

In den Klöstern des Mittelalters entstanden große Bibliotheken, die auch Werke der antiken Medizin enthielten. Diese Kloster-Bibliotheken wurden geschaffen, weil in den Klöstern Texte antiker Autoren abgeschrieben und gelesen wurden.

Viersäftelehre

Im Mittelalter basierte das Krankheitsverständnis vor allem auf der Viersäftelehre, der Humoralpathologie. Sie wurde hauptsächlich von Galen vertreten. Diese Viersäftelehre geht auf die von Hippokratikern um 400 v. Chr. entwickelte Schrift "Über die Natur des Menschen" zurück, die ein Krankheitskonzept statuierte und auf der Elementenlehre des Empedokles aufbaute. Dieser lebte 490 bis 430 v. Chr. Empedokles griff allerdings ebenfalls auf Lehren zurück, die im antiken Ägypten ihren Ursprung hatten. Galen hat diese Viersäftelehre in eine endgültige Form gebracht.

Die Viersäftelehre kennt Blut, Schleim, schwarze Galle und gelbe Galle. Diese stellen die vier Säfte dar. Nach der Theorie sind sie aus den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde hervorgegangen. Jeder Saft wird im Körper von einem separaten Organ hergestellt. Die Viersäftelehre nimmt zudem Lebensalter, Jahreszeiten und Temperamente mit in ihr Krankheitskonzept auf. Stehen die Säfte in einem ausgewogenen Verhältnis, ist der Mensch gesund, stehen sie unausgewogen nebeneinander, so ist er krank. Liegt ein Ungleichgewicht vor, so muss es der Arzt durch Maßnahmen der Ernährung, durch Arzneimittel oder chirurgische Eingriffe wieder in eine Harmonie bringen.

Die Viersäftelehre ist die Basis der Klostermedizin. Wir finden sie ebenfalls zum Teil in der modernen Naturheilkunde. Die mittelalterliche Klostermedizin versuchte, den Zustand der Säfte durch Therapien zu beeinflussen. Oft wurde versucht, überflüssige Säfte abzuleiten. Dazu verwandte man Methoden wie Schröpfen, Aderlass, Klistieren oder Abführen.

Heilkräutertherapie

Die Heilkräutertherapie stand bei den Mönchen im Kloster im Vordergrund. Sie war das A und O der Klostermedizin. Die Mönche waren in diesem Bereich gut ausgebildet. Im Klostergarten wuchsen die Heilkräuter und Heilpflanzen. Außerdem verfügten die Mönche durch ihre Erfahrungen beim Anbau von Nutzpflanzen über Wissen über die heilkräftigen Wirkungen der Nahrungsmittel.

Klosterspital

Das Klosterspital diente der Genesung kranker Ordensmitglieder. Es wurden aber auch die Bevölkerung dort behandelt.