Klostergärten

Die Geschichte der Klostergärten reicht bis zur Gründung der ersten Benediktinerklöster in Italien zurück. Die Römer hatten die Kartenkultur weit entwickelt und die Benediktiner konnten auf dieses Wissen zurückgreifen. Das Wissen über die Pflanzen und Heilkräuter kam mit den Mönchen auch ins nördliche Europa. Aber nicht nur das Wissen, auch Samen und Pflanzensprösslinge wurden in die Klöster nördlich der Alpen gebracht. Auch untereinander tauschen die Klöster Saat und Heilpflanzen aus.

Die Klostergärten waren das Ergebnis des Strebens der Klöster nach Unabhängigkeit von weltlichen und auch geistlichen Herren. Der Klostergarten war in einen Nutzgarten und einen Kräutergarten aufgeteilt, hortus und herbularius. Wo Klostergärten waren, da entstanden später auch Klosterapotheken, denn aus den Heilkräutern stellte man dort nach Rezepturen Arzneimittel her.

Der ideale Klostergarten geht auf einen handschriftlichen Klosterplan zurück, der aus der Zeit um 830 n. Chr. stammt und in der Stiftsbibliothek des Klosters St. Gallen aufbewahrt wird. Der dort aufgezeichnete Klostergarten war das Vorbild für die meisten Klostergärten des Mittelalters. Der Kräutergarten lag direkt hinter dem Klosterspital. Dieses war ein eigenständiges Gebäude für die Krankenpflege. Anbei befand sich ein kleines Lagerhaus für getrocknete Pflanzen. Es gab auch einen Obstgarten, der zugleich als Klosterfriedhof genutzt wurde. Daneben ist ein Gemüsegarten eingezeichnet.

Im Klostergarten sollten die Mönche oder Nonnen 16 unterschiedliche Pflanzen anbauen. Pro Beet war eine Pflanze vorgesehen. Die Beete waren rechteckig, länglich im Schachbrettmuster angeordnet. So konnten die Pflanzen leichter aufgefunden werden.

Später ordnete man den Kräutergarten auch nach medizinischen Aspekten, etwa nach der Art der Krankheit, an.

Die Klostergärten, also die Kräutergärten der Klöster, dienten nicht nur dem Anbau der Heilpflanzen, sie sollten auch eine Wohltat für das Auge sein, um zur Entspannung und Kontemplation einzuladen. Ein Klostergarten ist ein Ort der inneren Einkehr, der Ruhe und Meditation.