Ibn Butlans Gesundheitstafeln

Ibn Butlan war ein christlicher Arzt, der um 1000 bis 10066 in Bagdad lebte. Er war der Verfasser des Tacuinum sanitatis, der Gesundheitstafeln.

Ibn Butlans Ernährungslehre

Ibn Butlans Tafeln enthalten besonders ansprechend gestaltete Bilder, auf denen Anweisungen für eine gesunde Ernährung und eine gesunde Lebensführung gegeben werden. Die Gesundheitstafeln des Ibn Butlan gehören zum Genre der Regiminae sanitatis, der Gesundheitsregime, medizinischer Schriften. Dieses Gesundheitsbücher wurden für hoch stehende Persönlichkeiten verfasst oder aber auch für die Allgemeinheit. Sie gaben Hinweise zur gesunden Ernährung und Lebensführung. Ibn Butlans Tafeln war legendär und enhileten auch Bilder von allgemeinen für das Leben wichtiger Dinge.
Die Gesundheitsregime beinhalteten im allgemeinen die sechs bedeutenden Lebensbereiche, die vom Menschen selbst steuerbar sind. Sie stehen im Gegensatz zu den res naturales, die unabänderlich sind, weil sie von der Natur vorgegeben sind. Die res non naturales waren das Schlafen und Wachen, das Essen und Trinken, die Bewegung und die Körperpflege. Ibn Butlan bezeichnete die sex res non naturales als sechs nebennatürliche Dinge. Wörtlich heißt es in der deutschen Übersetzung des Tacuinum sanitatis: "Die Luft in gesunder Weise aus- und einzuatmen und zu empfangen, Speise und Trank ordentlich zu nützen, die rechtmäßige Übung als auch die Ruhe des Leibes zu gebrauchen, desgleichen des Schlafens und Wachens, von der Öffnung und Verschließung des Leibes, von den innerlichen Begierden oder Affekten wie Freude, Zorn, Furcht, Angst, usw."

Die Gesundheitsregimen oder Gesundheitstafeln

Besonders hervorzuheben ist, dass die Regimina sanitatis, die Gesundheitsregimen des Ibn Butlan und anderer Ärzte in die Klosterheilkunde ihren Eingang gefunden haben. Zentrale Idee der Gesundheitsregimen ist, dass die Gesundheit durch bestimmte Regeln der Lebensführung und Ernährung zu erhalten ist. Die sechs lebenswichtigen Bereich nach Ibn Butlan sind:
a) die Behandlung der Luft, die ans Herz dringt
b) die rechte Anwendung von Speise und Trank
c) die richtige Anwendung von Bewegung und Ruhe
d) der Schutz des Körpers durch zu viel Schlaf oder Schlaflosigkeit
e) die richtige Behandlung vom Flüssigmachen und im Zurückhalten der Säfte
f) die rechte Ausbildung der eigenen Persönlichkeit durch Maßhalten in Freude, Zorn, Furcht und Angst
Dies sechs notwendigen Dinge sind heute so aktuell und wichtig wie sie es bereits damals im Mittelalter waren.
In der Tacuinum santitatis des Ibn Butlan steht zu lesen: "Nur durch das ständige Bemühen des Menschen, seine labile Natur zu stabilisieren, kann das Gleichgewicht gehalten werden, die Mitte zwischen den Extremen, die allein Gesundheit bedeutet." Der Mensch muss also aktiv werden, und zwar tagtäglich, um die sechs res non naturales ins richtige Gleichgewicht zu bringen und dort zu belassen. Es geht um die Einordnung des Menschen in die kosmische oder göttliche Ordnung, denn das ist Gesundheit. Und um dies zu erreichen, ist ständige Anstrengung und Mühe notwendig.