Gesundes Fasten im Kloster

Der menschliche Körper ist an das Fasten gewöhnt, denn über Jahrtausende waren immer wieder Nahrungsmittel knapp, besonders im Frühjahr, wenn die Wintervorräte aufgebraucht waren und die neue Ernte noch weit in der Zukunft lag. Der vorübergehende Mangel an Nahrung ist für den menschlichen Körper also kein Nachteil - das Gegenteil schon: die andauernde Überfüllung.

Das Fasten zur Erbauung und zur inneren Läuterung ist in allen Weltreligionen bekannt. Moses fastete 40 Tage auf dem Berg Sinai, ehe er Gotte Wort empfing. Mohammed fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde und Buddha fastete ebenfalls, ehe ihm die religiöse Erleuchtung kam.
Auch die Naturreligionen und die Religionen der Antike kannten das Fasten: so fasteten Priester, Magier oder Jäger, um außergewöhnliche Fertigkeiten, Kraft und Energie zu erlangen. Die Tradition des Fastens gehört also zur Kultur der Menschheit.
Auch der heilige Benedikt hat das Fasten in seine Ordensregel mit aufgenommen. Das Fasten sollte die Möglichkeit eröffnen, sich auf wesentliche Dinge des Lebens konzentrieren zu können. Benedikt von Nursia legte das Fasten weit aus: es war nicht nur der Verzicht auf Essen und Trinken, sondern auch die innere Einkehr. Dabei sollte auch auf Vergnüglichkeiten, auf Oberflächlichkeiten und auf Schlaf verzichtet werden.
Der Körper braucht nur sehr wenig Nahrung zum gesunden Überleben. Das Fasten als Teil des klösterlichen Lebens sollte auch helfen, die ursprüngliche Freude an Essen und Trinken wiederzufinden. Der Verzicht hebt den Genuss. Nach einem Fasten wird man bewusster essen, die Nahrung mehr wertschätzen. Das Fasten hilft aber auch bei der Heilung von Krankheiten. Das Heilfasten ist heute medizinisch anerkannt. Die Hilfe die es bietet, war schon den mittelalterlichen Klosterbewohnern bekannt.