Ernährungslehre des Heiligen Benedikts nach der Regula Benedicti

Benedikt von Nursia lebte um 480 bis 547. Er war die bedeutendste Persönlichkeit für die Klosterheilkunde , die Klostermedizin , die Klosterernährung, ja für das gesamte Klosterwesen des frühen Mittelalters.

Ordensregel Benedikts

Nach einer wechselvollen Jugend gründete er das Kloster Monte Cassino. Dort war er seit 529 Abt. Für das Kloster Monte Cassino verfasste Benedikt auch seine berühmte Regula Benedictini . Es sind Klosterregeln, also Ordensregeln, die praktische Verhaltensweisen für alle Bereich des Klosterlebens vorgibt. Die Ordensregel beruht auf dem Gebot christlicher Nächstenliebe, ist jedoch mit einer väterlichen Strenge formuliert. Benedikt war ein weitherziger Mensch, dem die Fürsorge für seine Klosterbrüder am Herzen lag. Er brachte Verständnis und Mitgefühl für Kinder, Alte, Kranke und (sozial) Schwache. Selbst Papst Gregor der Große war begeistert von der Ordensregel des ersten Benediktiners und erklärte sie verbindlich für alle Klöster und für die gesamte römisch-katholische Kirche.

Eine Ernährungslehre

Die benediktinische Ordensregel beruht auf dem Konzept von Maß und Disziplin: Zölibat, einfache Kloster-Ernährung , Beten und Arbeiten sind ihr Hauptinhalt. Besonders hervorzuheben an der Klosterregel ist das Gebot der Ausgewogenheit bei der Lebensführung und das des rechten Maßes.

Für die Formulierung seiner Klosterregeln stellte der später heiliggesprochene Benedikt die Frage auf: "Wer hat Lust am Leben und möchte gute Tage schauen?" Wie die Philosophen und Ärzte der antiken Zeit suchte Benedikt nach Regeln für ein glückliches und gesundes Leben. Die Erhaltung der Gesundheit von Körper und damit auch von Geist und Seele war eines seiner Hauptanliegen. Die Klosterheilkunde versuchte die Gesundheit durch eine richtige Ernährung und eine gesunde Lebensführung zu erhalten. Diese Einstellung der Klosterheilkunde deckt sich mit den Lehren der indischen Ayurveda und vom chinesischen Yin und Yang sowie mit den Lehren der antiken Medizin. Die Klosterheilkunde legte ein besonderes Augenmerk auf den Prozess der Verdauung und auf die Verdauungsorgane. So galten Magen, Darm, Leber und Galle als die Hauptquellen sowohl für Gesundheit als auch für Krankheit. Somit wurde die Nahrung mit ihre Verarbeitung bei der Verdauung, mit ihren Inhalts- und Wirkstoffen zum Dreh- und Angelpunkt der Gesundheitserhaltung.
Zweiter Hauptfaktor für die Erhaltung der Gesundheit ist in der Klosterheilkunde die richtige Lebensweise. Dies ist die Folge der Erkenntnis, dass Gesundheit von Körper, Geist und Seele eine untrennbare Einheit bilden.