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Jakobsweg

jakobsweg
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Jakobsweg heißt auf Spanisch "Camino de Santiago". Er ist der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien, Provinz Galicien. Ob in Santiago tatsächlich die Gebeine des heiligen Jakob begraben sind, ist wissenschaftlich nicht belegt.

 

Jedes Jahr machen sich mehr Menschen auf den Weg, um die Kathedrale in Santiago zu besuchen - und noch weiter zu gehen, bis Finisterre, dem Ende der Welt.

Camino Francés

Wenn man vom Jakobsweg spricht, meint man meist den Camino Francés, den Französischen Weg. Er folgt den Spuren der hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens und leitet von den Pyrenäen zum Jacobusgrab. Der Pilgerweg berührt die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León. Die Pilgerroute, so, wie sie auch heute noch begangen wird, ist Anfang des 11. Jahrhunderts entstanden.

Wichtige historische Informationen über den Jakobsweg hat man dem Liber Sancti Jacobi, dem Jakobsbuch, aus dem 12. Jahrhundert entnommen. Es enthält auch einen Pilgerführer. Liber Sancti Jacobi ist die Hauptquelle zur Jakobusverehrung im Hochmittelalter. Er berichtet, dass es im französischen Raum vier weitere Wege gab, die sich im Umfeld der Pyrenäen zu einem Weg vereinigten. Ab den 1970er Jahren er fuhr die Pilgerbewegung eine Renaissance und die Pilgerfahrten nach Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela erlebten einen Boom, der noch lange nicht abebbt.

Weltkulturerbe der Unesco


Jakobsweg: Bischofspalast von Astorga

Der spanische Hauptweg wurde im Jahr 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Und 1998 wurde auch den vier im Liber Sancti Jacobi beschriebenen französischen Wege dieser Titel verliehen. Im Jahr 1987 hatte bereits der Europarat die Wege der Jakobspilger in ganz Europa zur europäischen Kulturroute erhoben und ihre Identifizierung gewünscht.

Urkundlich belegt ist der Jakobsweg erstmals im Jahr 1047 in einem Dokument des Hospitals von Arconada, Provinz Palencia. Dort wird die nordspanische Hauptverkehrsachse als "Weg, der seit alten Zeiten von Pilgern des hl. Jakobus und Peter und Paul begangen" bezeichnet. Diese erste urkundliche Erwähnung des Jakobsweges überhaupt bringt die Strecke von vorneherein mit dem Grab des hl. Jakobus in Galicien in Beziehung.

Camino de Santiago

Gemeinhin verwendet man den Begriff Jakobsweg auch für andere historisch nachgewiesene Routen von Jakobspilgern in ganz Europa. Offiziell lauten die Bezeichnungen anders. 1985 setzte der Europarat eine internationale Expertenkommission ein, die heute bei der Regierung der autonomen Region Galicien angesiedelt ist. Danach trägt ausschließlich die nordspanische Hauptverkehrsachse die Bezeichnung Camino de Santiago (Jakobsweg). Alle anderen Routen, sowohl in Spanien als auch im übrigen Europa, sind danach als Wege der Jakobspilger zu bezeichnen. Mit dieser Nomenklatur will man verdeutlichen, dass für den Camino Francés die Benutzung durch Jakobspilger als eine tragende Hauptfunktion angenommen werden kann, während es sich bei den anderen Pilgerrouten um Altstraßen gehandelt hat, die auch, jedoch nicht in erster Linie, von Pilgern genutzt wurden. Manchmal findet man auch die Bezeichnung Sternenweg für den Jakobsweg.


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Christliche Pilgerziele: Jerusalem, Rom, Santiago


Apostel Jakobus der Ältere

Das Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela wurde bereits im Mittelalter zum dritten Hauptziel der Pilgerbewegung der Christen – neben Jerusalem und Rom. Das ist sicher auf das Wirken des Domkapitels der Kathedrale von Santiago de Compostela zurückzuführen. Es bezog im Laufe des 12. Jahrhunderts die erlösungstheologischen Lehren der Frühscholastik in seine Pastoral ein, und zwar noch vor Rom. Es sandte den Gläubigen einfache Botschaften, stellte Jesus als Versöhner ins Zentrum und vermittelte, dass dessen Wirken durch die Fürsprache des heiligen Jakobus den Menschen zuteil werde. Später wurde führte man zudem Ablässen und Heiligen Jahren nach dem Vorbild Roms ein, was ebenfalls seine Wirkung tat. Diesen vollständigen Sündenerlass kann man auch noch heute erlangen, wenn man während eines heiligen Jahres nach Santiago pilgert und die Beichte ablegt.

Das Grab des Apostels Jakob, der als Patron der Pilger gilt, in Santiago de Compostela in Spanien, ist seit mehr als 1000 Jahren das Ziel von Pilgern aus der ganzen Welt. Santiago de Compostela heißt übersetzt: St. Jakob vom Sternenfeld. Etwa 200.000 Menschen pilgern jedes Jahr auf dem Camino, wie der Jakobsweg kurz und knapp genannt wird, über die Pyrenäen nach Santiago. Besonders populär ist der Jakobsweg, der Camino de Santiago,  durch das Buch von Hape Kerkeling "Ich bin dann mal weg" geworden. Vorher schon schrieb Paolo Coelho in "Auf dem Jakobsweg": Es ist gut, etwas Langsames zu tun, bevor man eine wichtige Entscheidung trifft.“

Der Jakobus-Weg führt zum Ziel

Der Pilgerweg, der Jakobusweg, nach Santiago de Compostela gründet sich auf eine über 1200 Jahre alte Tradition. Die Jakobuspilger sehen den Weg nicht in erster Linie durch die gelben Pfeile markiert, sondern durch die Kirchen, Klöster, Steinkreuze, Kapellen, Pilgerherbergen, Pilgerhospitale und Brücken, die eigens für die Pilger gebaut wurden. Dies alles sind für sie Zeichen des Glaubens, die den Weg nach Compostela weisen.
Dieser Weg führt durch unterschiedliche Landschaften. Er zieht über Berge, über Hochebene, durch Täler, Becken, Tiefland, an Küsten entlang. Es geht durch einsame Landschaften und durch Städte. Staub, Asphalt, Matsch, Sand, allem wird der Jakobspilger begegnen. Es geht über Karrenwege, Feldwege, an verkehrsreichen Asphaltstraßen entlang, über schmale Pfade und Steige. An vielen Stellen existiert der historische, ursprüngliche Pilgerpfad nicht mehr. Am meisten trifft man auf Straßen, sei es mit Schotter, Kies oder Sand bedeckt.
Der historische Pilgerweg diente nicht nur den Pilgern, um nach Santiago zu gelangen. Auch der normale Verkehr verlief über diese Trassen. Im Mittelalter waren viele dieser Strecken gepflastert, wurden Calzada genannt. Solche und spätere Pflasterungen sind nur sehr selten erhalten und wo es sie noch gibt, verfallen sie zusehends.

Santiago de Compostela

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Wer nach Santiago de Compostela pilgert, findet sein Ziel in der Kathedrale von Santiago. Dort sollen die Gebeine des Apostels Jakob ruhen. Wissenschaftlich gesichert ist das nicht. Die Geschichte berichtet, die als Reliquien verehrten Knochen seien im 9. Jahrhundert in einem Wald in der Nähe entdeckt worden.  Es wird von einem hellen Licht berichtet, das dem Eremiten Pelayo auf einem Feld in Galicien erschienen sein soll, im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts. Es soll ein göttliches Licht gewesen sein, dass Pelayo und den seinerzeitigen Bischof Theodomir von Iria Flavia auf die Suche schickt. In einem Eukalyptuswald findet man eine Grabkammer und deklariert sie als die Grabkammer, das Mausoleum des heiligen Jakob. In einem Schrein in der Gruft der Kathedrale von Santiago kann man Haare, ein Schlüsselbein und zwei braune Zähne bestaunen.
So wird der Camino de Santiago neben Rom und Jerusalem zu einem der drei Peregrinationes Maiores – der Papst gibt seinen Segen.

Pilgerherbergen

Alle Routen am Jakobsweg sind kartografiert, markiert und mit der Jakobsmuschel, gelb auf blauem Grund, beschildert. Auf jenem Wegweiser ist auch die flecha amarilla, der gelbe Pfeil, angebracht.  Er ist einer der gepflegtesten Fernwanderwege Europas.
Pilgerherbergen und Unterkünfte findet man genügend am Wegesrand. Einige werden von Jakobsbruderschaften verschiedener Länder betrieben, andere von Gemeinden, von der Kirche und Privatleuten. Rotkreuzstationen findet man ebenfalls in allen größeren Orten; man kann sich dort schnell und unkompliziert seine Leiden verarzten lassen.
Dem Jakobsweg, dem Camino nach Santiago de Compostela, wohnt eine Magie inne, die ein Drittel aller Pilger wiederkehren lässt. Doch warum? Mit welchem Ziel? Der Weg ist es…

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