Hinduistische Klöster

Ein Kloster im hinduistischen Glaubensbereich wird Mathas genannt. Viele kennen den Begriff "Ashram". Ein Ashram ist kein Name für ein Kloster, sondern für ein Mediationszentrum, das lediglich klosterähnlich ist.

Klöster dienen im Hinduismus ebenfalls dem Ziel, sich aus der materiellen Welt in eine von dieser abgetrennten, Gott enger verbundenen Welt zu begeben und dort nur für den Glauben zu leben. Der Hinduismus kennt vier Säulen, vier Abschnitte des Lebens, die ein gläubiger Mensch beschreiten soll. Zunächst ist er Schüler (Brahmacarin), dann Haushalter (Grihastha), danach jemand, der sich in die Einsamkeit des Waldes zurückzieht (als Vanaprashta), dann ein Erlösung Suchender (Samnysin). Auch hierin spiegelt sich ein Abtrennen von der Welt wider, wenn auch nicht ein dauerhaftes. Der Mensch soll zwar heiraten und Kinder haben, zuvor aber als Schüler Enthaltsamkeit zeigen und sich später wieder religiösen Lehren widmen. Ein Zölibat der Priester, der Brahmanen, gibt es in Indien deshalb nicht. Und ein religiöser Hindu sollte eine Pilgerreise zur Quelle des Ganges tun.

Neben den brahmanischen Priestern, die in Klöstern, den Mathas leben, gibt es Sadhus, Rishis, Swamis und Gurus. Ein Sadhu ist ein Asket, der umherwandert und keinem Kloster angehört. Ein Rishi ist ein Weiser, der nach Erkenntnis in der Einsamkeit forscht. Ein Swami oder ein Guru stehen oftmals einem Ashram vor. Dort widmen sie sich der Meditation, unterrichten diese auch gläubige Schülern und vermitteln religiöse Lehren. Die Ashrams gehören keiner übergeordneten Institution an, also nicht etwa wie ein christliches Kloster der Kirche. Gehört man einem Ashram an, so bedeutet dies auch keine Ordination, es ist also keine endgültige Bindung, wie sie etwa ein christlicher Mönch eingegangen ist.

Die Mathas, also die hinduistischen Klöster mit eigenem Tempel kamen erst in der Zeit um 800 n. Chr. auf. Sie sind Mittelpunkte der Religiösität, der Lehre und des geistigen Lebens. Man findet in Klöstern auch Schulen, Kranken- oder Waisenhäuser.
Einen Mönchsorden gibt es seit der Zeit des Gelehrten Shankaras, der von 788 bis 820 n.Chr. lebte. Er ist dessen Stifter. Dieser Mönchsorden gibt den hinduistischen Glaubensrichtungen ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Die ihm angehörigen Klöster und deren Vorsteher (Mahants) sind für viele gläubige Hindus eine höchste religiöse Autorität. Sie haben aber nicht den Anspruch einer höchstens Instanz in Religionsfragen. Sie sind hauptsächlich im Süden Indiens zu finden.