Frauen im Kloster: Nonnen

Im 7. Jahrhundert erlebten die Frauenklöster einen Boom. Die Nonnen stammten beinahe ausschließlich aus adligen Familien, entweder waren es Töchter aus Adelsfamilien oder verwitwete Adelsfrauen. Sie wollten ein Leben führen, in dem sie wohlversorgt und fernab der harten Männerwelt waren. Die Regel des heiligen Benedikt bestand für sie lediglich in der Theorie.

Im Hochmittelalter änderten sich die Motive. Der christliche Glaube hatte an Tiefe gewonnen und viele Frauen wollten ein gottgefälliges Leben führen. Die Frauen waren um ihr Seelenheil besorgt, sie fürchteten sich vor der ewigen Verdammnis, denn die Kirche propagierte ein Frauenbild, das sich an Evas Sünde orientierte. Wollte man als Frau in ein Kloster aufgenommen werden, so musste man eine Mitgift mitbringen, so war es Brauch. War diese Hürde genommen, so waren die Klosterregeln die nächste, die oft nicht eingehalten wurden. Armut und Keuschheit, Askese und Gehorsam, stundenlanges Beten, das konnten nur wenige der Frauen leisten bzw. befolgen. Körperliche Arbeit brauchten die Nonnen seit dem 13. Jahrhundert nicht mehr zu leisten; die Benediktinerregel war insoweit abgeändert worden. Die Nonnen beschäftigten sich dem Kopieren von Büchern oder dem Herstellen von kirchlichem Schmuck. Für die Frauen war das Kloster eine Alternative zum weltlichen Dasein, denn es gab innerhalb der Klostermauern keine Alltagsprobleme, man war abgesichert und genoss ein gesellschaftliches Ansehen. Die Frauen erhielten einen umfassenden Unterricht und erreichten ein hohes Bildungsniveau, das es außerhalb des Klosters für Mädchen und Frauen nicht gab.
Natürlich lebten nicht alle Frauen freiwillig im Kloster. Viele waren schon im frühen Kindesalter von ihren Familien an einen Konvent übergeben worden. Hintergrund war, dass die Familie sich dadurch von der Last der Versorgung befreien konnte. Zwar musste eine Mitgift gezahlt werden, diese erreichte jedoch nicht den Umfang wie das, was bei einer Heirat aufgewendet werden musste. Auch manche Ehemänner gaben ihre Frauen ist Kloster, denn ihnen oblag der Munt, die Schutzgewalt. Sie durften den Aufenthalt bestimmen.