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Zölibat für katholische Priester und Ordensangehörige aufheben?
Hallo,
ich weiß, das ist ein heikles Thema. Aber auch interessant. In die Medien jüngst gekommen ist es wegen der aufgedeckten Mißbrauchsfälle an Jugendlichen und Kindern. Aber generell: ist das Zölibat noch zeitgemäß? Oder auch: war es überhaupt jemals zeitgemäß? Warum muss oder sollte ein katholischer Priester oder Mönch auch heute noch an das Zölibat gebunden sein?
Die Bischofskonferenz berät darüber. Aber mich würde vor allem die Meinung von Ordensleuten und Priestern und den "normalen" katholischen Christen interessieren.
Viele Grüße,
Ansgar
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ich bin dafür
Hallo Ansgar!
Der Zölibat war nie zeitgemäß, aber zeitgemäß ist kein Kriterium für eine Empfehlung aus der Heiligen Schrift. Der Zölibat für Weltpriester könnte aufgehoben werden, so sind ja auch in den katholischen Kirchen des byzantinischen Ritus die meisten Priester verheiratet. Vielleicht weiß Du, daß verheiratete ehemalige evangelische Pfarrer oft geweiht werden. Allerdings gilt: die Weihe ist ein Ehehindernis, d. h., daß geweihte Priester von einer Abschaffung des Zölibats kaum "profitieren" dürften. Ich könnte mir eine Abschaffung des Zölibat zwar vorstellen, aber ich finde, daß es viele praktische Gründe dafür gibt.
Die ehelose Keuschheit der Ordensleute ist eine andere Sache - hier kann ich mir eine Änderung bei den Orden überhaupt nicht vorstellen, weder praktisch, noch theoretisch. Eine Gründung von geistlichen Gemeinschaften, die aus Familien bestehen, halte ich allerdings für möglich.
Die Meinung einer Bischofskonferenz spielt dabei sowieso (fast) keine Rolle.
Anmerkung: Warum im Zusammenhang mit Kindesmißbrauch der Zölibat als Grund behauptet wird ist mir unverständlich, da die Mißbrauchsrate bei nichtzölibatär lebenden Menschen zumindest gleich hoch ist.
Gruß
Siard
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Zölibat und Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche
Hallo Siard,
ja, da gebe ich dir vollkommen Recht, Zölibat und Mißbrauchsfälle muss man nicht miteinander verknüpfen. Das sind an sich zwei paar Schuhe. Aber sie werden ja offensichtlich in der Öffentlichkeit zusammen angezogen.
Jetzt hab ich gelesen, dass es im Vatikan einen Krisengipfel gegeben hat. Der Vorsitzende der Deutschen Bichofskonferenz ist bei Papst Benedikt XVI gewesen.
Dort hat man sich wahrscheinlich auch mit der Frage der Aufhebung des Zölibats beschäftigt. Allerdings sieht es nicht so aus, als ob die katholische Kirche von oben herab daran rütteln wolle. Der zuständige Kurienkardinal Claudio Hummes hat für den Vatikan verkündet: Der Zölibat ist ein Geschenk des Heiligen Geistes, das mit Überzeugung und Freude gelebet werden muss, in der allumfassenden Beziehung mit dem Herrn.
Das steht absolut im Gegensatz, was Kirchenreformer gerne tun würden. Also, ich glaube, da wird sich nicht viel tun, auch wenn es die Basis der Katholiken gerne anderes hätte.
Einen lieben Gruss,
Ansgar
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Was sagt der Papst
Hallo an alle Leser,
mich würde interessieren, wann der Papst endlich reagiert und seine Meinung zu den Mißbrauchsfällen dartut. Man hört aus Rom immer nur, dass an einem Hirtenbrief gearbeitet werde, aber es geht doch darum, möglichst schnell Maßnahmen zu ergreifen. Und da ist Benedikt XVI gefragt. Meiner Meinung nach hat er schon ein wenig zu lange gezögert. Die irischen Bischöfe sind auf seine Hilfe angewiesen, um ihre Kirche wieder glaubwürdig zu machen. In Deutschland mag das vielleicht etwas anderes sein, da hat die Bischofskonferenz ja klar gemacht, dass sie mit ihren Leitlinien gegen sexuellen Missbrauch durchaus handeln kann. Aber dennoch sollte der Papst auch zu der deutschen Situation etwas sagen.
Viele Grüße,
Sabrina
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Stellungnahme des Papstes
Papst Benedikt XVI. hat bereits mehrfach und eindeutig zu solchen Vorfällen Stellung bezogen, und auch etwas zu denen in Deutschland gesagt. Gerade unter den gegebenen Umständen ist es wichtig, daß sich Rom nicht schnell, sondern sehr vorsichtig äußert, denn schließlich wäre es nicht das erste Mal, daß Äußerungen des Papstes aus dem Zusammenhang gerissen und gegen ihn verwendet werden. Dies ist bei der gegenwärtigen Berichterstattung wohl zu erwarten (wohltuend hebt sich da z.B. Alice Schwarzer (sic!) ab).
Das diese erschreckenden Geschehnisse instrumentalisiert und ganz unterschiedliche Dinge vermischt werden, ist für mich ein weiteres Vergehen an den Opfern.
Die Gelegenheit dieses wichtige Thema endlich ins Bewußtsein zu rücken und etwas gegen Kindesmißbrauch zu unternehmen, wird hier wohl verspielt.
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Grundproblem
Das Grundproblem ist doch wohl ein System (z.B. ein pädagogisches), das Verantwortungsträger in Autorität kleidet, die von Kindern nicht oder nur schwer überprüft werden kann.
Zudem das Problem, dass hier nun doch offensichtlich wird, dass AMT (und damit von Gott legitimierte Autorität) und PERSON eben nicht zusammenfallen, ob geweiht oder nicht.
Ich denke, dass DAS ein riesen-Problem ist, weil es bis zu einem gewissen Grad bei allen zu Ignoranz gegenüber den betroffenen Tätern ist, die, so sie pädophil sind, ja u.U. auch darunter leiden:
Als "Priester" hat man aber bestimmte Probleme nicht zu haben, sagen die anderen.
Es ist auch sehr schade, dass nun unvermeidlich die Diskussion um christliche Sexualmoral losgetreten wurde und die säkular verirrte Welt einfach nicht begreift, dass nicht die Sexualmoral der Christen (Katholiken) ein Problem ist, sondern das fehlen derselben in unserer Gesellschaft. Erst gestern musste ich im Deutschlandfunk hören, wie der Kirche vorgeworfen wurde, sie habe "kein Verhältnis" zur Sexualität...ich empfehle wärmstens das Hohelied Salomos...*kopfschüttel*
Die "eine heilige" hat ein sehr gesundes Verhältnis zur Sexualität, auch wenn nicht wenige Kirchenglieder das noch nicht gemerkt haben...
Weswegen sich die Kirche auch davor hüten sollte, Geschichtsfälschung zu betreiben u so zu tun, als sei der Zölibat eine ureigene, essentielle urkatholische Einrichtung...
Gruß
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