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  1. #1
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    Standard Terror gegen Christen

    Hallo liebes Reli-Forum,

    In Ägypten hat es ja vor kurzem einen Terroranschlag auf Christen in der muslimischen Welt gegeben. Ein Selbtmordattentäter hat in der Neujahrsnacht 2011 vor einer Kirche im ägyptischen Alexandria 21 Gläubige getötet. 80 Menschen wurden verletzt. Der koptische Klerus sagte aus Trauer über den Anschlag die Feierlichkeiten zum Weihnachtsfest, das dort am 7. Januar begangen wird, ab. Die koptische Gemeinde in Deutschland bat wegen der Gefahrensituation um Schutz durch die Polizei.

    Papst Benedikt XVI forderte beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom in Rom nachdrücklich Religionsfreiheit an jedem Ort der Welt.

    Die Bombe des Attentäters explodierte, als Kirchgänger aus der Mitternachtsmesse in der koptischen St. Markus- und Petri Kirche im Stadtteil Sidi Bischr kamen.
    Die ägyptische Regierung beschuldigte ausländische Elemente als Drahtzieher. Kürzlich hatte eine Gruppe mit Verbindungen zum islamistischen Terrornetz Al-Kaida im Irak den Christen im ganzen Nahen Osten mit Anschlägen gedroht. Die Organisation beschuldigt die Kopten, zwei angeblich vom Christentum zum Islam konvertierte Frauen als Geiseln festzuhalten. Die koptische Kirche widerspricht dieser Darstellung. Der Anschlag sei das Ergebnis der anhaltenden konfessionellen Stimmungsmache der letzten Monate, erklärte sie.

    Wütende Christen bewarfen nach dem Anschlag eine Mosee in der Nähe mit Steinen. Die Polizei trieb die aufgebrachte Menge auseinander. Im Stadtteil Schobra demonstrierten aber auch Muslime und Christen gemeinsam.

    Bei Anschlägen in Nigeria gab es ebenfalls Tote. Dort waren eine Kaserne und eine Kirche das Ziel von Attentätern.

    Traurige Grüße

    Sahra

  2. #2
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    Standard Anschläge auf Christen

    Hallo Sahra,

    ja, das ist eine traurige Sache. Ich hab auch gehört, dass die Wut der Christen daraufhin hoch gekocht ist und sie aus Holzlatten überdimensionale Kreuze gezimmert hatten und gerufen haben: Unser Leben, unsere Seele geben wir für unser Kreuz. Die Wut ist verständlich, Gewalt mit Gewalt zu vergelten widerspricht den Lehren Jesu.
    Allerdings haben die Kopten allen Grund zum Zorn. Der ägyptische Staat, der den Islam als Amtsreligion verankert hat, benachteiligt sie in vielen Bereichen. Sie dürfen nur selten Kirchen bauen und werden im Staatsdienst gegenüber Muslimen diskriminiert.
    So mündeten auch in der Vergangenheit die Konflikte zwischen muslimischen und christlichen Ägyptern um baulich vergrößerte Gotteshäuser in Gewalt und Tod.
    Das Massaker von Alexandria trägt aber eine andere Handschrift, nämlich des zur Zeit der US Besatzung im Irak entstandenen Terrors.
    Die Organisation Islamischer Staat des Iraks hatte bereits vor einer Woche Anschläge gegen die Christen im gesamten arabischen Raum angekündigt. Sie hatte sich auch ausdrücklich auf einen der gegenwärtig schwelenden Glaubenskonflikt in Ägypten bezogen.
    Hintergrund: Zwei mit Priestern verheiratete Christinnen waren zum Islam konvertiert, um sich von ihren Männern scheiden zu lassen, würden aber seidem angeblich von der Kirche in Geiselhaft gehalten. Der "Islamische Staat" verlangt die Freilassung seiner "muslimischen Schwestern".

    Bereits im Oktober wurden Christen in einer christlich assyrischen Kirche in Bagdad getötet. El Kaida hatte das als Vergeltung für angeblich Festhalten der beiden ägyptischen Neu-Musliminnen dargestellt.

    Beweise gibt es allerdings nicht, so weit ich weiß.

    In diesem Sinne: alles ein Trauerspiel.

    Gruss

    Hans

  3. #3
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    Standard Koptische Christen auch in Deutschland bedroht?

    Hallo,

    vielleicht noch zur Ergänzung: in Deutschland leben etwa 6000 koptische Christen. Ihr Bischof hat vor Anschlägen am 7. Januar, dem Tag der koptischen Weihnacht, gewarnt. Der Bischof hatte sich schon zu Sylvester besorgt bei der Bundesregierung geäußert, einen Tag vor dem Terroranschlag in Ägypten. Die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Koptischen Christen wurden überprüft.

    Viele ägyptische Christen glauben, dass die von der koptisch-orthodoxen Kirche verfolgte Strategie des Stillhaltens falsch sei. Sie fühlen sich von Präsident Mubarak allein gelassen. Nun gibt es auch in in Ägypten gewaltätige Ausschreitungen bei Demonstrationen koptischer Christen.

    An sich galt Mubarak in christlichen Kreisen immer als Bewahrer der Rechte der Kopten. So trägt seine Ehefrau kein Kopftuch. In Ägypten machen die Kopten 10 Prozent der Bevölkerung aus.
    Viele von ihnen denken nun ans Auswandern. Die Kirchen versuchen, dies zu stoppen. Aber auch für viele Muslime wäre es schlimm, wenn die Christen im Orient, wo doch die Wiege des Christentums liegt, immer weniger würden.

    Liebe Grüße,

    Dieter

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