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    passionsdarsteller ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Suche für Passionsgeschehen

    Ich habe mich viele Jahre gefragt, warum mich das Passionsgeschehen innerlich so aufgewühlt hat, dass ich in meiner Suche nach Begreifen und nach Gott immer mehr in mir den Wunsch gespürt habe, das Verarbeiten auch körperlich zu bewältigen. Als Weg zur Transzendenz, die Leiden Christi nicht zu verwässern, sie nicht nur geistig, sondern auch am eigenen Leib nachzuvollziehen - im Gedankenspagat zwischen "Mimesis Christi" und "Imitatio Christi" gibt es dafür in der Menschheitsgeschichte durchaus bekannte Vorbilder.

    Passions"spiele" a la Oberammergau sind es nicht, die mich faszinieren. Dafür ist mir das Passionsgeschehen zu heilig, als dass ich es in unterhaltsamen Theaterspielen verkonsumiert sehen möchte. Und die Büßermentalität auf den Philippinen, die dort Menschen zu realen blutigen Kreuzigungen treibt und die Massen(medien) auf die Straße, ist mir einerseits zu oberflächlich volksfrömmelnd - auf der anderen Seite zu sensationsgierig.


    Ich suche eine kleine Gemeinde oder klösterliche Communität, die mit dem nötigen Ernst und innerlichen Achtung vor dem Passionsgeschehen eine realnahe Beschäftigung mit dem Thema anstrebt, um einen besonderen Zugang im Sinne von "Begreifen" dazu findet, was es bedeutet, dass ein menschlicher Körper aus Fleisch und Blut da hängt, mit Schmerzempfinden, Angst, pochendem Herzen und warmer Haut - was Menschen (nicht nur damals) anderen lebenden Menschen angetan haben. Also eine realnahe Passionsdarstellung in einem kirchlich-öffentlichen, aber nicht voyeuristisch-öffentlichen Umfeld.

    Ich habe schon seit Jahren alles dran gesetzt, körperlich so zu werden, wie die Korpusdarstellungen in der kirchlichen Kunst. In Ehrfurcht haben die Künstler oft auf maximale körperliche Schönheit gesetzt, also schlank, gut geformt, glatte makellose Haut. Irgendwie habe ich das innerlich für mich als Leitziel angenommen, und sehe mittlerweile auch genauso aus. Jetzt möchte ich meinen Körper einsetzen, um damit den intensiven Zugang zum Passionsgeschehen zu suchen.

    In einer Psychotherapie, in der ich mich von meinen selbstgemachten Schuldgefühlen wegen dieser Wunschvorstellungen befreien konnte, habe ich auch die Ursache herausgefunden, warum es mich zu diesem Gedanken treibt. Mittlerweile habe ich nämlich wieder Erinnerungen zurück erlangt an furchtbare Verletzungen, die mir in meiner Jugendzeit durch die katholische Kirche im Rahmen von sexuellem Missbrauch zugefügt worden sind, verknüpft und verstrickt mit meinem Religions- und Gottesverständnis.
    In der Kirche wurde mein Körper nicht nur schwer verletzt, sondern als etwas schlechtes, sündhaftes und versteckenswertes gebrandmarkt - und zwar brutal.

    Ich weiss nun, dass mein tiefsitzendes Bedürfnis, in einer solchen realnahen Darstellung mal meinen Körper am Kreuz zu spüren, meine innerliche Verarbeitung des damals erlebten ist - doch diesmal unter anderem Vorzeichen. Nicht als etwas sündhaftes, sondern in meinen (innerlichen tiefsitzenden Schmerzen) trete ich Jesus gegenüber - in (fast) derselben Lage, ebenfalls nackt, wehrlos ausgeliefert, blutend und voller Schmerz - ebenfalls den Blicken derjenigen ausgesetzt, die das getan haben - doch diesmal in einer Kirche, die meinen Körper nicht ablehnt und stigmatisiert, sondern ihn in seinem Leid betrachtet, das Leiden ansieht und im wahrsten Sinne des Wortes "begreift", das pulsierende Leben darin spürt - aber auch meinen Schmerz, meine Angst, mein Blut.

    Die Therapeuten halten eine solche Form der Verarbeitung und Bewältigung als durchaus sinnvoll. Für mich ist sie jedenfalls weitaus mehr, als ein Theaterspiel oder eine Erotikshow. Natürlich ist es sehr körperlich, und Erotisierung ist eine Form der Schmerzbewältigung, die einfach im menschlichen Dasein biologisch begründet ist. Insofern möchte ich das weder voneinander trennen, noch moralisieren.

    Ich habe nun allerdings keine Idee, wie ich eine entsprechend interessierte Gemeinde oder Communität finde. Vielleicht hat hier jemand dazu eine ernsthafte Idee. Darüber würde ich mich sehr freuen.


    Eine Bitte noch: Ich habe mir hier viel Mühe gegeben, meine Beweggründe ausführlich darzulegen und zu begründen. Man kann leicht nachlesen, dass es keine Oberflächlichkeit ist, die mich innerlich antreibt. Auch nicht "schräge" Gründe, die manchem vielleicht als erstes mal so kommen. Deshalb - wer mit meinen Gedanken nicht viel anfangen kann, den bitte ich herzlich, mir das nicht noch durch weitere Verletzungen kundzutun. Ich bin schon im Kontext der Kirche genug verletzt (worden)- und möchte es eigentlich positiv bewältigen.passionsdarsteller

  2. #2
    passionsdarsteller ist offline Neuer Benutzer
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    Standard

    Ich habe dank der Mithilfe einer Gemeinde gefunden, was ich gesucht habe. Und (weit) mehr bekommen, als ich erwartet habe. Meine Seele ist wieder gesund, schon seit Ostern. Und es hält. Daher hat diese Suchanzeige keinen Bestand mehr.

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