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  1. #1
    Gast ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Glaubensrichtung wechseln von katholisch zu evangelisch

    Liebe Leser,
    ich bin Katholik und möchte zum Evangelium wechseln.
    Da ich der Meinung bin das das eher meines Religiösen glauben entspricht.
    Das Problem ist nur das ich, erstens nicht genau weiß wie ich dies angehen soll und zweitens ich bin leider nur 14 Jahre alt...
    Ich habe das auch noch nicht meinen Eltern gesagt...
    Ich bin mir im Moment auch nicht sicher wie ich das machen soll, da vor allem meine Mutter eine Religiöse Person ist und auch so erzogen wurde, zum Katholischen glauben...

    Auf jeden Fall weiß ich nicht wie ich meine Glaubensrichtung
    ändern soll und was ich dafür machen muss...
    Weiß das zufällig jemand? Und könnte mir helfen?
    Und ist das mit 14 Jahren denn auch in Ordnung?

    Und noch eine kleine Frage nebenbei (nur um es zu Wissen), muss ich Kirchlich gesehen wechseln, wenn ich mich eher zum Evangelismus "tendiere", oder kann ich auch rechtlich gesehen Katholik bleiben und trotz dessen, von der Kirche als Evangelist anerkannt werden
    (zu mindestens voraussichtlich)?

    Vielen Dank,

    Mike

  2. #2
    Gast ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard von katholisch zu evangelisch

    Hallo Mike,

    egal ob von kath zu ev. oder umgekehrt, gemeinsam gilt:

    - mit 14 Jahren kannst Du selbst Deine Konfession bestimmen. Du kannst also auch gegen den Willen Deiner Eltern die Konfession wechseln

    - die Taufe wird voll anerkannt auf beiden Seiten.

    Es gilt allerdings: entweder Du bist Katholik oder Du bist "Protestant" / "evangelisch"

    In der evangelischen Kirche wird das nach meiner Erfahrung ganz locker gehandhabt. Du kannst auch als Katholik an allen "Segnungen" der ev. Kirche teilnehmen, falls Du nicht gerade auf einen Pfarrer stößt, der da äußerst konservativ ist. Du kannst im Gegensatz zur kath. Kirche ohne weiteres am Abendmahl teilnehmen, heiraten, Deine Kinder ev. taufen lassen usw. , was in der katholischen Kirche nur geht, wenn Du auch auf dem Papier katholisch bist.

    Das einzige was eben der Unterschied wäre, das Du auch auf dem Papier dazugehörst und wenn Du arbeitest Deine Kirchensteuer an "Deine" Kirche zahlst.

    Du solltest Dir allerdings auch klar darüber sein, daß es in einigen Glaubensdingen krasse Unterschiede gibt. So gibt es z.B. evangelische Kirchen, die die Beichte als "katholisches Zeug" geradezu ablehnen und es gibt auch nicht die Beichte in der Form wie bei uns in der kath. Kirche. In den meisten ev. Kirchen wird die Form der allgemeinen Beichte praktiziert, zu besonderen Anlässen. Die Möglichkeit der Einzelbeichte gibt es in der Form in der ev. Kirche nicht.

    Soweit ich das verstanden habe, gibt es viele ev. Kirchen die meinen, das Jesus im Abendmahl nicht leibhaftig gegenwärtig wird. Das ist ein entschiedener Unterschied zur kath. Kirche, wo man daran glaubt. Für mich persönlich ist das auch sehr wichtig.

    Auch wird Maria in der ev. Kirche quasi nur als Randfigur wahrgenommen. Übertreibt man es bei uns oft, so habe ich zumindest den Eindruck, das Maria in der ev. Kirche überhaupt keine Rolle spielt.

    Diese angesprochenen Punkte mögen belanglos klingen, Du solltest Dir aber überlegen, ob dir daraus einmal ein innerer Konflikt erwachsen könnte.

    Aber sicherlich hast Du Dich mit diesen Sachen ja schon auseinandergesetzt, sonst würdest Du ja nicht mit dem Gedanken spielen zu konvertieren.

    Und es ist ja so: wir glauben an den einen Gott, an Jesus Christus und an die eine Taufe. Insofern ist es egal, was wir für "eine Feldpostnummer" haben.....

    Der Ablauf ist ungefähr so:

    1. Du wendest Dich an einen Pfarrer Deines Vertrauens - also in deinem Fall ev. Pfarrer. Er kann Dir auch nochmal genau sagen, wie Du vorgehen musst.

    2. Du musst aus der katholischen Kirche austreten.

    3. Du gehst mit der Austrittsbescheinigung zum ev. Pfarramt bzw Kricheneintrittstelle und beantragst deine Aufnahme in die ev. Kirche. Taufurkunde nicht vergessen.

    4. Die Aufnahmebestätigung bekommst Du entweder direkt oder umgehend.

    5. Dann wirst Du offiziell in die Gemeinde eingeführt.

    Ob das alles für Dich und Deine Familie in Ordnung ist, musst Du selbst entscheiden. Es kommt auch auf Dein Umfeld an. Wenn Du in einem kleinen Dorf leben solltest, wo jeder jeden kennt, könnte es schwierig werden.

    Allerdings ist jeder Mensch - egal ob 14 oder nicht - nur seinem Gewissen verpflichtet. Wer sich für etwas entscheidet, sollte sich mit dem Thema in der Regel vorher auch beschäftigt haben, Davon gehe ich in Deinem Fall mal aus.

    Viele Grüße,

    Bruno

  3. #3
    Gast ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Unterschiede evangelisch - katholisch

    Hallo Mike,

    hier noch mal, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, eine Zusammenstellung der Unterschiede der evangelischen und katholischen Glaubensrichtungen.

    Der protestantische Christ
    - kennt keine Heiligenverehrung - auch nicht der Mutter Jesu
    - kennt nur zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl
    - segnet keine Gegenstände
    - feiert Abendmahl mit Brot und Wein als Symbol für die Gemeinschaft mit Christus;
    Brot und Wein bleiben dabei Nahrungsmittel (wandeln sich also nicht zu Christus als Leib und Blut)
    - die Ehe ist ein weltlich Ding, wie Luther sich ausdrückte
    - kennt keine geweihten Priester, lehnt also die 'apostolischer Sukzession' ab
    - kennt keine "oberste Instanz" in Glaubensfragen auf Erden;
    nur Christus im Wort des Neuen Testaments ist oberste Instanz der evangelischen Kirchen
    - kennt keine standardisierte Ohrenbeichte, sondern nur das seelsorgerliche Gespräch
    - kennt keine 'Sonntagspflicht'; d.h. der evangelische Christ besucht den Gottesdienst, wenn sie/er bereit dazu ist.

    Gruss

    Olaf

  4. #4
    sonnenschein ist offline Neuer Benutzer
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    Reden Kleine Berichtigung

    Ich bin immer wieder entsetzt über das Halbwissen, das in katholischen Kreisen umherschwirrt...

    In der LUTHERISCHEN Kirche gibt es DREI Sakramente, Taufe, Abendmahl und Beichte (wobei die Einzelbeichte kein Standard ist, aberdurchaus durchgeführt wird, man ist nur eben nicht verpflichtet, sondern muss selbst drum bitten).Alles andere sind Segenshandlungen.

    Bei den Reformierten gibt es nur zwei.

    Beim lutherischen Abendmahl gehen wir von Konsubstantiation aus, d.h. Christus verbindet sich mit Wein und Brot. Das bedeutet, dass REALPRÄSENZ Christi im Abendmahl besteht, aber die Art der Wandlung wird nicht beschrieben...

    Was Heiligenverehrung betrifft, ist das GEDÄCHTNIS der Heiligen erwünscht, nicht aber die ANRUFUNG. Sie gelten nicht als FürSPRECHER.

    nun aber zum eigentlichen Punkt... Ein Wechsel der Konfession sollte wirklich gut überlegt sein, und du solltest dir viel Zeit nehmen und dich fragen, was denn so spezifisch am evangelischen Bekenntnis besser ist deiner Meinung nach... Sieh dir auch die Gemeinden an, vor allem die, in die du kommen würdest, sprich mit Pfarrern und Gemeindgliedern.
    Dann sind die UNterschiede zwischen den evangelischen Konfessionen groß...du solltest dich da auch informieren!
    Vielleicht findest du das, was du suchst, auch in der katholischen Kirche?
    Wenn es nur darum geht, dass die evangelische Kirche "freiheitlicher" oder "lockerer" aussieht, würde ich dir sogar abraten, zu konvertieren: Natürlich ist es möglich, ein lockeres Leben zu führen, aber das ist nicht evangelischer Anspruch. Evangelisch heißt, sein ganzes Leben nach dem Evangelium von Jesus Christus auszurichten, und das ist eine anstrengende Sache (und ein ordentlicher Katholik tut auch nichts anderes) und ernsthaft gelebter evangelischer Glaube ist alles andere als locker...

    Gruß und viel Geduld beim Erforschen...

  5. #5
    Siard ist offline Benutzer
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    Standard

    Auf die Gefahr hin als Pedant dazustehen: effektiv gibt es in den evangelischen Landeskirchen keine Unterschiede zwischen lutherisch und reformiert, seit alle die Leuenberger Konkordie verabschiedet haben. Anders sieht dies bei den lutherischen Freikirchen aus (SELK etc.). Die Aussage von Sonnenschein (besonders bezüglich der Heiligenverehrung) ist in den meisten evangelischen Kirchen eindeutig eine verschwindend geringe Mindermeinung.

    Anschließen möchte ich mich seiner Warnung vor einem voreiligen Wechsel der Konfession. Es gibt mir zu Denken, daß schon Dein erster Satz eine Mangelde Kenntnis der anderen Konfession verrät.

    Sehr wichtig ist meines Erachtens auch, daß es einen nicht zu unterschätzenden Mentalitätsunterschied zwischen den Konfessionen gibt.

    Persönlich würde ich Dir von einer Entscheidung zu diesem Zeitpunkt abraten und Dir empfehlen zuerst die evangelische Seite intensiver kennen zu lernen.

    Der Übertritt, wenn er aus ernsthaften Gründen geschieht, besteht nicht nicht nur einen Gang zum Amtsgericht, die Zahlung der Verwaltungskosten und die Aufnahme in der anderen Konfession, sondern wahrscheinlich einen Grundlegenden Wechsel in Deinem bisherigen Glaubensleben.
    Ich kann Dir versichern, daß ich weiß, wovon ich rede.

    Zu einem weiteren Austausch stehe ich gerne zur Verfügung.

    Gottes Segen
    Siard

  6. #6
    sonnenschein ist offline Neuer Benutzer
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    Rotes Gesicht ...ein bisschen offtopic, aber...

    Es ist definitiv NICHT richtig, dass effektiv kein UNterschied bestünde, auch wenn das von Selk Seite natürlich behauptet wird (behauptet werden muss...:-)) Ich bin (noch) in der Landeskirche...wer weiß, wie lange ich dort noch ausharre, aber es ist einfach von der Landekirche abhängig. Z.B. ist die Lippische geteilt in zwei Klassen, und in der lutherischen wird Sonntags (wie es sich gehört) evangelische Messe gefeiert.
    Davor war ich in der rheinischen Lk, die uniert ist (also wirklich ein großes Übel...), aber auch dort gibt es bekenntnistreue lutherische Gemeinden.
    Nun wiederum in der Hannoverschen LK käme es niemandem in den Sinn, Hostien nicht zu konsekrieren oder nach dem Abendmahl wegzuschmeißen...weil es eine LUTHERISCHE ist.
    Das, was mich von der Selk effektiv:-) abhält, ist genau die Engstirnigkeit, in der versucht wird, ehrliche Demut gegenüber der eigenen Erkenntnisfähigkeit als mangelnde theologische Profilierung zu verkaufen...
    Oder möchtest du behaupten, dass effektiv kein Unterschied zwischen Altkatholischer und Anglikanischer Kirche bestünde, nur weil sie einander zum Abendmhal einladen. Oder zwischen Altkatholiken und Lutheranern, weil man auch dort wechselseitig zum Mahl geladen ist?

    Den effektiven Unterschied kannst du z.B. ganz praktisch in der Zählung der zehn Gebote feststellen- oder, ob im Gottesdienst der Heidelberger Katechismus verlesen wird, oder eben ob die Gaben konekriert werden, ob eine Liturgie existiert...
    ich will Landeskirche nicht schönreden- da gibt es Missstände über Missstände, die vor allem daraus resultieren, dass Leute der Ansicht sind, die Unterschiede seien nicht wichtig oder unmodern...oder uninformiert sind... aber man will doch wohl Taufscheinchristen nicht mit bekennenden vergleichen, oder? Und die Landeskirche bürdet sich als Volkskirche eben eine Menge von denen auf, um die sich eine Freikirche wie die Selk nicht kümmern muss...

    Das ist jetzt offtopic, aber ich kann das so nicht stehen lassen, nichts für ungut...

    Liebe Grüße,

    die Sonnenschein:-)

  7. #7
    Siard ist offline Benutzer
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    Standard Gott helfe mir, ich kann nicht anders

    Liebe Sonnenschein!

    In meiner Äußerung ging es um das Abendmahlsverständnis in den Landeskirchen der EKD! Leider habe ich dies nicht deutlich genug formuliert! Auf Liturgie, Katechismus, etc. bezog ich mich nicht.
    "In der Leuenberger Konkordie fanden die beteiligten lutherischen, reformierten und methodistischen Kirchen zu einer grundsätzlich gemeinsamen Auffassung von Taufe, Abendmahl und Evangelium, ..." (wikipedia)
    DIe Leuenbergere Konkordie zählt zu den Bekenntnisschriften und ist z.B. in den Landeskirchen der alten EKU jeweils verbindlich, Bekenntnisstand hin oder her ("unter Weglassung der Unterschiede" und so...). So wurde es auch an den Theologischen Fakultäten (evangelisch) die ich besucht habe gelehrt.
    Bei einer gegenseitigen Einladung besteht noch keine Kirchengemeinschaft, als solche versteht sich die GEKE allerdings ausdrücklich.
    Ich könnte dies weiter begründen und fortführen, aber das gehört wirklich nicht hier hin, ich bin aber gerne bereit dies mit Dir persönlich weiter zu führen. Grüße Siard

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