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  1. #1
    Gast ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Atomunglück in Japan

    Hallo liebes Religionsforum,

    das schwere Reaktorunglück in Japan hat die Welt in Angst versetzt. Ich verspüre aber auch den Drang, den Menschen zu helfen. Ich habe bereits Geld gespendet. Als Christ weiß ich, dass auch Beten hilft. Aber oft frage ich mich, wie Gott so etwas zulassen kann. Es ist wohl die materielle Welt, die dazu geführt hat, dass Profitdenken und Leichtgläubigkeit zusammentrafen. Ich bete und fühle mich dadurch den armen Menschen in Japan verbunden.

    Sabrina

  2. #2
    Neverman ist offline Neuer Benutzer
    Registriert seit
    11.03.2011
    Beiträge
    4

    Standard

    Das sehe ich ein bisschen anders.
    Seh mal die andere Seite des Unglücks: Die Menschen dort helfen einander. Besonders Japan ist ein Land, in dem die Entmenschlichung durch die Profitgier und der Gewinnmaximierung sehr weit fortgeschritten ist (nennen wir es Nachteile des Kapitalismus). Fotografen wie Michael Wolf haben eindrucksvolle Fotostudien dieser Welt gemacht. Auch eine der höchsten Selbstmordraten der Welt könnte man gewiss auch zum Teil dieser Mentalität zuschreiben.
    Aber die Menschen entdecken im Angesicht des Todes ihre Menschlichkeit wieder. Und das nicht nur dort. Man sieht die Solidaritätsbekundungen aus aller Welt. Außerdem verschärft das Unglück dort die Diskussionen der Atomkraft auf der ganzen Welt. Sicher lässt sich die Atomkraft alleine aus wirtschaftlichen Gründen nie ganz abschaffen, aber man kann dafür sorgen, dass es Sicherheitsvorkehrungen gibt, um so ein Unglück zu verhindern. (wobei man sich da natürlich auch die Frage stellen muss, wie weit man überhaupt von Sicherheit sprechen kann. Schließlich unterliegen alle Dinge in der Natur einem gewissen "Risiko". Die Natur lässt sich nicht kalkulieren.)
    Ich denke, es klingt nicht makaber, wenn ich sage, dass das Unglück dort auch ihre guten Seiten hat. Und so kann ich durchaus einen von Gott gewollten, bzw. nicht gewollten (was "will" Gott schon?) Sinn darin erkennen. Alles im Leben ist richtig so, wie es ist; mit allen Unglücken und Katastrophen, Kriegen und Toten. Würde Gott nicht wollen, dass es soetwas gibt, dann müsste es das auch nicht geben, da er ja allmächtig ist. Ergo muss Gott das alles wollen, weil es einen bestimmten Zweck erfüllt. Ich meine den Zweck, die guten Seiten, durchaus zu erkennen, ohne das Leid und Unglück bagatellisieren zu wollen.

    EDIT: der materiellen Welt kannst du dafür nicht die Schuld geben. Es war eine Kettenreaktion, die von einem Naturereignis ausgelöst wurde. Die Frage, wieso Atomkraftwerke überhaupt existieren, ist eine ganz andere und die könnte man schon irgendwie mit der finanziellen Entwicklungsgeschichte der Menschheit beantworten. Ja, die Menschen sind letzten Endes schuld daran. Und trotzdem ist es unvermeidlich, dass es geschieht, da der Mensch geschaffen wurde, um sich zu entwickeln. Und wie könnte man sich entwickeln, ohne Fehler zu bauen?
    Geändert von Neverman (21.03.2011 um 18:57 Uhr)

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