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  1. #1
    tmhenrik ist offline Neuer Benutzer
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    Frage Wechsel vom Berufsleben ins Kloster

    Hallo zusammen!

    Ich hätte da mal eine Frage - vielleicht hat da jemand selbst die Erfahrung gemacht oder kennt zumindest jemanden...?

    Mir kommt es bei den vielen "Wie wird man Mönch?"-Auskünften immer so vor, als würden da ausschließlich Schulabgänger, Fertig-Studierte oder Arbeitslose an der Klosterpforte anklopfen. Aber keiner, der voll im Arbeitsleben steckt??

    Mir ist absolut klar, dass, wenn ich ins Kloster eintrete, mein Arbeitsleben bei meinem bisherigen Arbeitgeber endet, da ich als Mönch im Kloster arbeiten werde (zumindest bei den Benediktinern, wo es mich hinzieht). Damit habe ich an sich ja auch kein Problem.

    Meine Frage ist nur: wie die Übergangszeit gestalten? Es wird ja immer dazu geraten, dass man sich so langsam reinleben soll, erst Kloster auf Zeit, Gespräche suchen, Postulat usw. , und dass man sich prüfen soll, ob es der richtige Weg ist. Es kann also auch "rückwärts" gehen.
    Was macht man dann mit dem Job? Ich bin heilfroh, dass ich momentan eine Arbeitsstelle habe, wo meine Fähigkeiten gut einsetzbar sind, wo ich voll akzeptiert werde, ich habe einen sehr guten Chef und das Gehalt ist auch vorzeigbar - nur für ein "könnte sein" will ich das nicht aufgeben. Dazu muss ich mir 1000%-ig sicher sein, denn soviel Glück werde ich wohl nicht mehr haben. Man findet heute einfach nicht mehr so leicht einen Arbeitsplatz.
    Sicher werde ich mir aber nur, wenn ich das Klosterleben ausprobiere - und da beißt sich doch die Katze in den eigenen Schwanz - oder wie ist das in der Praxis tatsächlich? Mach ich mir grade zu sehr einen Kopf oder habe ich noch zuviel Angst?

    Vielen lieben Dank für Eure Erfahrungen!!!

  2. #2
    danielc ist offline Neuer Benutzer
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    Hallo tmhenrik

    Ich kenne es mir geht es genau so man hat angst um es zuriskiren.
    ich stehe auch voll im Leben habe einen unbefristeten arbeitsvertrag, (2 ausbildungen)

    Man weiß einfach net was man machen soll , und wie es dann abläuft.
    Ich wäre auf so ein Kloster auf zeit interessiert für 2 wochen da ich in august urlaub habe .

    Daniel

  3. #3
    tmhenrik ist offline Neuer Benutzer
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    Hallo Daniel! Hallo zusammen!

    Ich habe zwischenzeitlich per persönlicher Nachricht einige sehr weiterhelfende Worte erhalten. Aus bestimmten Gründen wollte mir der Schreiber nicht öffentlich antworten, was ich nachvollziehen kann. Vielen Dank nochmals von hier aus!


    Was ich für mich persönlich aus diesen Worten und auch anderen zwischenzeitlichen Gesprächen gezogen habe, möchte ich hier öffentlich posten, da es vielleicht auch für andere interessant ist. Da ich selber jetzt mitten in diesem Prozess stecke, ist das sicherlich alles ziemlich dilettantisch, was ich schreibe. Verzeiht mir also, wenn ich zwischendrin was Falsches schreibe oder nicht den Überblick habe.


    1000 %-ig sicher kann man vorher nicht sein. Wie jede andere Entscheidung im Leben, die ich treffen kann oder muss (z.B. ob ich nun dieses oder jenes Fach studieren soll? ob ein bestimmter Mensch mein Lebenspartner ist oder nicht? ob ich für meine hochbetagte großtante, die schon vor jahren zu mir gesagt hatte, sie wäre froh, wenn sie endlich sterben dürfte, tatsächlich keine lebensverlängernden maßnahmen mehr durchführen lasse?), ist es auch mit dem Eintritt ins Kloster: ich muss ein bestimmtes, überschaubares Risiko eingehen, um ans Ziel gelangen zu können.

    Damit das Risiko überschaubar wird, gibt es eben die langsame Annäherung, zu der ich erstmal meinen Beruf nicht aufgeben muss: immer wieder Teilnahme an den Tagzeiten und Gottesdiensten (für mich machbar, da das Kloster nicht weit weg ist), Gespräche mit den Mitbrüdern suchen, vor allem mit dem Novizenmeister, abklären, ob das Kloster auch mit seiner Missio (also das, was es so tut... ) meinen Vorstellungen entspricht, mir in Gedanken so genau wie möglich vorstellen, wo ich mich im Kloster und seinen Tätigkeiten einbringen könnte, dann eben einige Wochenenden im Kloster verbringen, meine Urlaubszeiten.

    Während dieser Kontakte gilt es zu prüfen, ob ich wirklich dorthin berufen bin:
    - Was genau berührt mich dabei im Innersten? Fühle ich mich an-gesprochen von Gottes Wort, von den gesungenen Psalmen, von der Arbeit für Gott? Bin ich be-geistert? Reicht das aus, um a) mein Leben danach auszurichten und danach zu handeln und b) mir auch über die sicher kommenden Durst-Strecken hinweg zu helfen?
    - Kann ich mir vorstellen, für den Rest meines Lebens in diesem Konvent, an diesem Ort zu verbringen? (bei den Benediktinern bindet man sich an ein bestimmtes Kloster und den dortigen Konvent)
    - Kann sich auch der Konvent vorstellen, dass ich den Rest des Lebens dort verbringe?

    Grade der letzte Punkt, wurde mir klar, ist auch ein Teil der Berufung - wenn der Konvent sagt, dass ich nicht dazu passe, bin ich eben nicht dorthin berufen. Basta. Ich kann nicht mit Gewalt oder Ausdauer oder whatever mich hineindrängen. Vielleicht wäre ein anderes Kloster für mich geeigneter, das muss ich dann ausprobieren.

    Und: jeder hat seinen eigenen Lebensweg, zu dem Gott ihn beruft. Es macht nichts aus, dass ich nicht schon seit jungen Jahren auf dem Kloster-Trip bin. Der Ruf kann durchaus auch später erfolgen (siehe Simon Petrus - der war auch verheiratet und schon älter!). Fürs Kloster wird's deswegen immer schwieriger, weil man mit zunehmender Lebenserfahrung immer weniger sich in eine bestehende Gemeinschaft mit ihren eigenen geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen einfühgen kann.

    Ich muss damit rechnen, dass Gott mir nur ein paar Tage/Wochen/Monate im Kloster schenkt, weil ich diese Erfahrung für mein eigentliches Lebensziel brauche. Es ist kein Beinbruch, wenn ich ins Kloster eintrete und nach einigen Jahren wieder das Kloster verlasse. Dafür gibt es eben die verschiedenen Stufen Postulat, Noviziat, zeitliche Profess, die ausreichend Zeit geben um sich für immer zu entscheiden.
    Kleiner Gedanke so nebenher: In einer Ehe gibts auch das "verflixte 7. Jahr", das lt. Statistik tatsächlich im 4. Ehejahr liegen soll - umgebrochen auf die Klosterlaufbahn dürfte das dann so gegen Ende der zeitlichen Profess sein. Insofern hat man als Mönch eine Möglichkeit, die Eheleute nicht so haben: man kann sich tatsächlich ohne Gesichtsverlust nochmal dagegen entscheiden.

    Nun ja, momentan bin ich noch ganz klar in der Phase der rosa Verliebtheits-Brille - ich bin mir dessen bewusst und geniesse es in vollen Zügen :-))


    Liebe Grüße
    Henrik

  4. #4
    Ruth ist offline Neuer Benutzer
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    Hallo Hendrik,

    vielen Dank für Deine eigentlich gar nicht dilletantischen Worte. Du hast damit nur ausgesprochen, was viele hier denken. Mir hast Du auf jeden Fall geholfen, weil Du mir zum einen gezeigt hast, dass ich nicht alleine vor dieser Frage stehe und Du mich zum anderen auf ein paar Aspekte und Möglichkeiten hingewiesen hast, derer ich mir vorher nicht bewusst war.
    Also danke!

    Ruth

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