Hallo liebes Klosterforum,

ich hab eine interessante Nachricht für alle Klosterfreunde gefunden. Die Dalheimer Klostergärten sind eröffnet worden. Damit ist die Stiftung Kloster Dalheim gestartet. Das LWL Landesmuseum für Klosterkultur im Kreis Paderborn in NRW hat die Eröffnungssaison des zweiten Bauabschnitts bekannt gegeben. Das Museum hat die gestaltete Gartenfläche rund um das ehemalige Augustiner Chorherrenstift Dalheim mehr als verdoppelt; wenn man von der bisherigen barocken Gartenanlage des Klosters ausgeht. Mit ca. 20.000 Quadratmetern umfasst sie nun mehr als ein Viertel der 7,5 Hektar großen Fläche des Klostergeländes. Auf einem Rundgang kann man 18 Standorte näher kennen lernen und einen Eindruck vom weiten Spektrum deer klösterlichen Gartenbaukunst in Mittelalter und Barock gewinnen. Viele reizvoll angelegte Gärten zeigen, welche Pflanzen von jeher in Klostergärten kultiviert wurden, die auch heute vielfach in unseren eigenen Gärten zu finden sind. Es gibt Nutz- und Symbolpflanzen und natürlich auch die traditionellen Heilpflanzen der Klostermedizin.
Das Klostermuseum erklärte, das mit der Wiederherstellung der Dalheimer Klostergärten ein Stück regionaler Kultur erhalten und wiederbelebt werden konnte.
Im Lauf der Geschichte wurden die Dalheimer Klostergärten nach denkmalpflegerischen Aspekten wiederhergestellt. Ausgangspunkt sind die Gärten der barocken Klosteranlage. Mittels archäologischer Ausgrabungen wurden die Spuren der Klostergärten nach und nach entdeckt und bewahrt.
Neu angelegt wurden so drei weitere Geländeterassen des barocken Konventgartens. Die mittlere wird zentral von einer zweiten Brunnenanlage bestimmt. Acht mal acht Meter groß wird das neue Brunnenbecken sein. Seine Umrisse hatte man bereits 2004 exakt ergraben. Neupflanzungen beleben den klösterlichen Obstgarten neu. Der fehlende Klosterteich wird als Vertiefung im Gelände angedeutet.
Hiniter der Orangerie, dem ehemaligen großen Gartenhaus, ist der repräsentative Garten des Klostervorstehers, der Lange Garten, neu entstanden. Er war als einziger der Dalheimer Klostergärten nicht allen Ordensleuten zugängig, sondern nur dem Prior vorbehalten, der von seinem Wohntrakt einen direkten Zugang hatte. Im Langen Garten empfing er Gäste, die von der axial auf die Orangerie zulaufenden Anlage sicher beeindruckt waren.

Hintergrund:
Gärten sind seit dem frühen Mittelalter fester Bestandteil von Klöstern. Ihre vorrrangige Aufgabe war es, die unabhängige Versorgung der Ordensleute sicheer zu stellen. Sie sollten aber auch eine Wohltat für das Auge sein, um zur Entspannung und Kontemplation anzuregen.

Das Klostermuseum vermittelt grundlegende Informationen über die unterschiedlichen Gartentypen in einem Kloster, wobei von den Gärten vor Ort ausgegangen wird. So gibt es den symbolischen Paradiesgarten im Kreuzhof der Klausur, die Nutz- und Kräutergärten und den repräsentativen Garten des Priors.

Mit ihrem weitläufigen Außengelände sind die Dalheimer Klostergärten das bedeutendste Ausstellungsstück des LWL Landesmuseums für Klosterkultur. Nicht oft haben die verschiedenen Gebäude die Zeiten der Geschichte so gut überdauert wie in Dalheim. Die Dalheimer Klostergärten sind deshalb sehr gut geeignet, Klosterkultur in ihrer Vielfältigkeit zu veranschaulichen.