Hallo ihr lieben Jakobspilger!
Ich wollte euch eine Nachricht aus dem tiefen Westfalen nicht vorenthalten. Auch hier gibt es einen Jakobsweg. Das westfälische Teilstück des Jakobswegs wurde im Jahr 2008 feierlich eingeweiht. Heute ist dort, wo es beginnt, in Herbern im Kreis Coesfeld, Schluss mit pilgern. Der Grundstückseigentümer Ferdinand Graf von Merveldt hat am 31. März 2009 die blauen Hinweisschilder mit der Jakobsmuschel eigenhändig entfernt. Beginnend am Schloss Westerwinkel in Herbern werden die Schilder auf einer Länge von mindestens drei Kilometern verschwinden. Der Graf reagiert damit auf einen Schriftwechsel mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Der LWL legte den Jakobsweg fest und schilderte ihn aush - auch über den Privatbesitz des Grafen, der im Vorfeld nicht um Erlaubnis gefragt wurde. Der Graf als Wald- und Grundeigentümer sorgt sich um die Verkehrssicherungspflicht: Äste könnten nach unten fallen, die Jakobspilger verletzten. Passiert einem Jakobspilger auf der Strecke durch den merveldtschen Forst ein Unfall, so muss der Graf für den Schaden haften. Graf von Merveldt erklärte: "Es gibt viele Gerichtsurteile, die den Eigentümern hohe Forderungen aufbürden." Der Graf hatte den LWL aufgefordert, für Jakobspilger selbst die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen, nachdem er die Schilder anbringen lies. Dies hatte der LWL abgelehnt. Daraufhin forderte der Graf den LWL auf, die Jakobsschilder wieder zu entfernen. Das hatte der LWL abgelehnt. Deshalb hat Graf von Merveldt nun selbst Hand angelegt.
Viele Grüße,
Heinz


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