Liebes Pilgerforum,

wie viele von euch wissen, gewährt nach einem altem Brauch die Kirche jedem Pilger, der im Jakobusjahr die Grabstätte des Apostels in Santiago de Compostela besucht und die Beichte ablegt,einen vollständigen Sündenablass. Ein sogenanntes "Ano Jacobeo" wird von der katholischen Kirche immer dann gefeiert, wenn der Todestag des Apostels Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

Der Besuch von Papst Benedikt XVI im wichtigsten spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela bescheerte dem offiziellen "Heiligen Jakobusjahr" am Samstag, den 4.11.20010 einen Höhepunkt.
Mehrere Millionen Pilger und Touristen besuchten im laufenden Jahr 2010 den nordspanischen Pilgerort Santiago de Compostela. Es wirden mehr als 200.000 Pilgerurkunden ausgestellt. Eine Rekordmarke innerhalb der Jakobusbewegung. Die Pilgerurkunde bekommt nur derjenige, der die letzten 100 Kilometer bis zum Grab des Apostels Jakobus zu Fuß geht oder die letzten 200 Kilometer auf dem Jakobsweg mit dem Fahrrad fährt. Der prominenteste Pilger im diesjährigen Jakobusjahr war sicherlich Papst Benedikt XVI.

Das "Anos Jacobeos" (spanisch) oder "Xacobeos" (galicisch) wurde im 12. Jahrhundert eingeführt. Das Jahr 2010 ist das 119. Jakobusjahr. 2004 war das letzte, wird das nächste Jakobusjahr sein. Ein vollständiger Sündenablass wird von der Kirche jedem gewährt, der im Jakobusjahr die Grabstätte des Apostels in Saniago de Compostela besucht und die Beichte ablegt. Das ist eine alte kirchliche Tradition.

Bereits seit über 1000 Jahren führt der Jakobsweg, dessen Wegenetz sich über ganz Europa gelegt hat, Pilger nach Santiago de Compostela. Der spanische Ort wurde neben Jerusalem und Rom zum wichtigsten Wallfahrtsort des Christentums. In Santiago de Compostela liegt einer Legende zufolge das Grab des Apostels Jakobus. Er gehörte zu den drei bevorzugten Jüngern Jesu. Jakobsweg ist der Pilgerweg zur zum Dom von Santiago, wo der Sarkophag mit den Gebeinen des Apostels steht.

Die Jakobsmuschel wurde zum Symbol der Jakobsweg-Pilger. Zu den Anfängen der Pilgerbewegungen wurden die Muschelschalen im atlantiknahen Santiago de Compostela als Beweis für die Ankunft ausgegeben und waren damit eine Art Pilgerzeugnis. Heute gibt es dafür die Pilgerurkunde.

Die weitaus größte Zahl der Wallfahrer wählt den sogenannten Camino Frances, den Französischen Weg. Er leitet von den Pyrenäen etwa 800 Kilometer durch den Norden Spaniens. Doch es gibt mehrere andere offizielle Routen in Spanien.