Liebes Forum,
hier hab ich mal ein paar Infos zu den Jakobsweggutscheinen, dem Bono Iacobus und zum Jakobsweg. Das Heilige Jahr 2010 wird kommen ...
Pilgern führt uns auf andere Pfade. Wir verlassen unseren Alltag für mehrere Tage oder Wochen und machen statt unserer täglichen Arbeit nichts anderes als laufen, hören und sehen. Beim Pilgern tun wir nur die aller einfachsten Dinge. Und doch sind es die anspruchsvollsten, weil nichts uns ablenkt, nichts uns stört, niemand etwas von uns will. So werden wir bei jedem Schritt auf uns selbst zurückgeworfen.
Im vergangenen Jahr erhielten laut Pilgerstatistik 125.141 Menschen eine Pilgerurkunde in Santiago de Compostela. Allein 98.729 erreichten den Wallfahrtsort über den französischen Jakobsweg. Damit sich die Pilger voll und ganz ihrer Wanderschaft widmen und sich ihren Gedanken und Träumen hingeben können, ist es nötig, dass sie sich nicht um ihre Unterbringung am Abend sorgen müssen. Die allermeisten dieser Pilger übernachten in den zahlreichen, mit viel Liebe betreuten Pilgerherbergen am Wegesrand. Viele von diesen Herbergen werden seit Jahren von deutschen Jakobusgesellschaften unterhalten. Für die meisten Pilger gehören diese Herbergen zum Pilgern dazu, andere würden sich hingegen ein wenig mehr Sicherheit und Komfort wünschen. Man hat daher den Bono Iacobus
entwickelt. Mit dem Bono Iacobus erhalten die Pilger ein Paket, in dem die Unterbringung in ausgewählten Landhäusern, Abendessen und Frühstück enthalten sind. Ein Gepäcktransfer zwischen den Unterkünften kann hinzugebucht werden.
Was hat der Bono Iacobus den Pilgern zu bieten?
Was ist der Bono Iacobus?
Der Bono Iacobus hilft den Pilgern, sich ganz der Wanderschaft widmen zu können. Mit dem Jakobsgutschein erwerben sich Pilger ein kostengünstiges Paket, in dem Übernachtung, Verpflegung und der Transfer von und zum Pilgerweg für alle Etappen enthalten sind. Die Jakobspilger können zwischen vier Strecken auf vier unterschiedlichen Jakobswegen wählen. Drei Wege führen nach Santiago de Compostela, einer von Santiago an die Westküste Galiziens. Die Pilger übernachten in wunderschönen Landhäusern mit viel Platz und Ruhe zum Entspannen. Dort servieren ihnen die Köche des Hauses am Abend und zum Frühstück Bestes aus der Region.
Die Pilger können sich im Internet oder per Telefon über die einzelnen Angebote informieren und einen Jakobsgutschein beim zuständigen Reisebüro reservieren. Auf der Homepage erfahren sie alles Wichtige und können sich mittels der vorhandenen Karten ein Bild von der Pilgerschaft machen. Zu jeder Etappe steht zudem eine Wegerklärung bereit. So erhält der Interessierte einen Eindruck von den Strecken und sehenswerten Orten am Wegesrand und kann sich leichter für einen der vier Wege entscheiden. Außerdem informiert die Homepage über die Unterkünfte, auf deren Auswahl die Entwickler des Jakobsgutscheins ganz besonders großen Wert gelegt haben.
Warum Bono Iacobus?
In den letzten Jahren ist die Zahl der Pilger kontinuierlich gestiegen. Nach Aussagen von Manfred Zentgraf von der Fränkischen Jakobusgesellschaft ist nach den bisherigen Erfahrungen vor allem im Heiligen Jahr 2010 mit einem weiteren Anwachsen der Pilgerzahl zu rechnen, so dass bei den Herbergen wie auch anderen Unterkunftsmöglichkeiten mit starken Engpässen gerechnet werden muss. Der Bono Iacobus möchte hier zur Entspannung der Situation beitragen. Durch die Einführung des Bono Iacobus wird bestimmten Personengruppen das Pilgern erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht. Das Angebot von TurGalicia erlaubt es, auch bei geringer körperlicher Kraft und
unbelastet von Gepäck und organisatorischen Problemen ein Stück auf dem Jakobsweg zu pilgern. „Das Rennen um den Schlafplatz in der nächsten Herberge“, vor allem auch für Pilgergruppen, hat nun ein Ende. Der Direktor von TurGalicia sieht den Bono Iacobus nicht nur als ein notwendiges Angebot, um den Erfordernissen eines sich immer stärker entwickelnden Tourismus auf den Jakobswegen zu entsprechen, sondern er lädt auch dazu ein, die einzigartige Landschaft Galiziens, seinen Reichtum an historischen Stätten sowie die Vielfalt und den Reiz der galizischen Küche auf besonders intensive Weise zu erleben. Getreu dem Motto „Wandern Sie, erleben Sie, ruhen Sie aus“ sollen sich hier spirituelle und persönliche Erfahrungen zu einem gesamtheitlichen Erlebnis verbinden. Darüber hinaus sollen mit dem Bono Iacobus auch die anderen Pilgerwege bekannt gemacht werden, die weniger überlaufen sind als der Französische Weg und mehr Gelegenheit für Begegnung, innere Einkehr und persönliches Erleben bieten.
Die Unterbringung
In der Casa de Santa Uxia westlich von Santiago zum Beispiel übernachten die Pilger in einem renovierten Bauernhaus, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Es liegt am Ufer des Stausees Santa Uxía. Von einem nahegelegenen Aussichtspunkt können die Pilger die galizische Küste in der Abendsonne betrachten. Im Landhaus „O Muiño de Pena“ bei Santiago schlafen die Pilger in einem zweihundert Jahre alten, kürzlich umgebauten Mühlhaus mit altem Sägewerk. In Torres de Agrelo bei Pontevedra an der galizischen Küste kommen die Wanderer in einem ehemaligen Franziskanerkloster auf einem 80.000 Quadratmeter großen Areal zur Ruhe. Das Kloster diente im Spanischen Bürgerkrieg als Versteck und verfügt deshalb über Tunnelanlagen, deren Reste noch heute besichtigt werden können. Insgesamt kooperieren über 300 ländliche Unterkünfte mit dem Fremdenverkehrsamt der Autonomen Region Galizien.
Die Wege
Jakobsgutscheine sind für vier, bald noch für drei weitere Jakobswege verfügbar. Der erste liegt auf dem berühmten camino francés, beginnt in O Cebreiro im Dreiländereck Galizien, Asturien und Castilla y León und führt die Pilger in sieben Etappen nach Santiago de Compostela. Den Weg haben inzwischen Millionen von Pilgern zu Fuß, auf dem Fahrrad, zu Pferd und sogar mit dem Rollstuhl beschritten. Die für den Jakobsgutschein ausgewählte Strecke ist 157 Kilometer lang. Auf dem französischen Jakobsweg erwartet die Pilger zum Beispiel am zweiten Tag das Benediktinerkloster von Samos aus dem 16. Jahrhundert und die Kapelle Capilla del Salvador mit einer tausend Jahre alten Zypresse davor. Nach Aussagen des Direktors von TurGalicia ist die Möglichkeit, mit dem Bono Iacobus Quartiere vorab zu reservieren, gerade für diesen ganz besonders stark frequentierten Weg, der vor allem auch im Heiligen Jahr 2010 einen großen Ansturm an Pilgern zu bewältigen haben wird, ein großer Vorteil.
Ebenfalls sieben Stationen enthält das zweite Paket für den südlichen Jakobsweg. Auf der Vía de la Plata sind deutlich weniger Pilger unterwegs als auf dem großen Bruder im Norden. Hier können Pilger Einsamkeit und Abgeschiedenheit in einer wunderschönen Landschaft finden, die sie im Alltag nicht erleben. Die Pilgerschaft beginnt in Verín an der südlichen Grenze Galiziens und endet nach 180 Kilometern ebenso in Santiago. Auch an der Vía de la Plata werden die Pilger jeden Tag von Sehenswürdigkeiten wie dem Wasserfall des Flusses Toxa am sechsten Tag überrascht.
Fünf Tage lang sind die Pilger unterwegs, die sich für einen Bono Iacobus für den portugiesischen Jakobsweg entscheiden. Dieser beginnt in Tui, der Grenzstadt zu Portugal, geht entlang der Küste und ist nach 113 Kilometern an der Basilika in Santiago beendet. Beeindruckend ist auf diesem Weg die ständige Nähe zum Meer. Gleich am Ende des ersten Tages überqueren die Pilger die Hochebene von Chan de Pipas und können die wunderschöne Aussicht auf den abendlichen Atlantik am Ria de Vigo genießen.
Der vierte Jakobsgutschein ist für eine fünftägige Pilgerschaft an die galizische Küste erhältlich. Die Pilger folgen damit dem alten Wunsch der Jakobspilger, nach Ankunft in Santiago weiterzugehen, um das Ende der Welt zu erreichen. Die Pilger der 121 Kilometer langen Strecke von Santiago nach Muxía erreichen schon am dritten Tag die Küste bei Fisterra und kreuzen am vierten Tag das Dünengebiet von O Rostro. Dieser Weg beginnt im Wallfahrtsort Santiago und endet direkt am Meer in Muxía.
Die Preise
Die Preise für eine 5- bis 7-tägige Reise liegen zwischen 320 € und 475 € für Einzelzimmer und zwischen 500 € und 700 € für Doppelzimmer. Die Pilger können zusätzlich einen
Gepäcktransport und ein Mittagspicknick buchen. Ein Bono Iacobus kann für das ganze Jahr außer an Ostern und im Monat August erworben werden. Die Reservierungen erfolgen über ein zentrales Reisebüro der Autonomen Region Galizien, das einen Sitz in Deutschland unterhält.
Hört sich doch gut an, oder?


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