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  1. #1
    Gast ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Jakobsweg Weltkulturerbe

    Hallo,

    der Jakobsweg ist ja seit einiger Zeit Weltkulturerbe. Doch was bedeutes das konkret? Ist da nun was geschützt? Das Wegenetz etwa? Oder ist auch das Pilgern jetzt staatlich gefördert? Wer weiss genaues?

    Danke,

    Bea

  2. #2
    Uwe
    Uwe ist offline Neuer Benutzer
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    Standard jakobsweg als weltkulturerbe

    Hallo bea,

    der spanische Hauptteil des Jakobsweges, also des Pilgerweges, wurde im Jahr 1993 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Er verläuft von den Pyrenäen über 800 km bis nach Galicien zum Endpunkt, der Kathedrale von Santiago de Compostela.

    1998 erhielten auch die vier im Liber Sancti Jacobi beschriebenen französischen Jakobswege die Auszeichnung Weltkulturerbe.

    Es ist normalerweise so, dass etwas zum Weltkulturerbe erklärt wird, wenn es schon geschützt ist. So war es beim Jakobsweg, insbesondere seinen Bauten, auch.

    In Spanien wurde seit den 1950ern Bemühungen unternommen, die historischen Bauten entlang des Jakobsweges zu schützen. Im Jahr 1962 wurde der Hauptweg offiziell zum historisch-künstlerischen Ensemble erklärt. 1984 ernannte der Europarat den Jakobsweg zur Europäschien Kulturroute und erklärte seinen Schutz zum vorrangigen Ziel europäischer Kulturpolitik.

    1992 schuf Spanien eine gemeinsame Verwaltung des Weges und der Kulturschätze an der Strecke, nämlich den Consejo Jacobeo. Er ist eine gemeinsame Kommission des Kulturministeriums, Vertreter verschiedener anderer Ministerien, der Provinzregierungen und der autonomen Kommunen.

    Uner Schutz gestellt wurde der gesamte historische Weg auf spanischem Territorium, wie er im Liber Sancti Jacobi als Camino Francés beschrieben ist, und zwar auf einer Breite von mindestens 30 Metern beiderseits des Weges. Diese Zone verbreitert sich dort, wo auch Einzelgebäude am Weg oder ganze Dörfer dem Denkmalschutz unterstehen. Zudem beinhaltet die Welterbestätte eine Liste von über 1800 Einzelbauten in 166 Städten und Dörfern entlang des Weges. Neben Sakralbauten jeder Art, von der Kathedrale über das Kloster bis zur Feldkapelle, zählen hierzu auch Einrichtungen für die Versorgung der Pilger, Paläste, Privathäuser, Brücken, Schleusen sowie Wegekreuze. Ihre Entstehung reicht vom 11. Jahrhundert bis hinein in die heutige Zeit.

    Diese umfassende Auszeichnung war durchführbar, weil lediglich etwa 20 Prozent des Weges durch moderne Baumaßnahmen zerstört wurden. Vielfach sind heute die Straßen parallel zum historischen Weg angelegt, oder dieser führt inzwischen quer über die Felder.

    Bei der Ernennung des spanischen Camino Francés wurde auch angeregt, die Welterbestätte um weitere Wegabschnitte des Jakobswegs in Europa auszudehnen. In Frankreich wurde dies 1998 realisiert. Es wurde keine, wie etwa bei der Berglandschaft Monte Perdido, gemeinsame, grenzübergreifende Stätte eingerichtet, sondern jeweils getrennte Anträge gestellt.

    Das rührt daher, dass die Pilgerrouten in Frankreich sehr viel schlechter als in Spanien erhalten sind. Man musste erst eine umfassende Bestandsaufnahme machen, um die historischen Wege und die mit ihnen verbundenen Bauwerke zu identifizieren. Von 5000 Kilometern Pilgerweg waren schließlich lediglich 157,5 km in einem Zustand, der eine Nominierung als Welterbe rechtfertigte. Von 800 Bauwerken, die mit der Pilgerfahrt in Beziehung stehen, wurde 71 besonders heraus ragende ausgewählt. Sie markieren den Verlauf der Wege und verdeutlichen die historische Entwicklung zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert und enthalten die Aspekte von Gebet, Ruhe, Fürsorge und Reisen.

    49 der ausgewählten Bauten findet man entlang der vier historischen Routen, die im 5. Buch des Liber Sancti Jacobi beschrieben stehen: der Via Turonensis, der Via Lemovicensis, der Via Podiensis und der Via Tolosana. 22 weitere Gebäude sind auf andere Weise mit dem Jakobsweg verbunden. Die geschützten Wegstrecken sind sieben kürzere Teilstrecken der Via Podiensis.

    Die Stätten stehen seit 1990 unter der Verwaltung der Association de Coopération Interrégionale „Les chemins de Saint-Jacques de Compostelle“ (A.C.I.R.). Das ist ein Zusammenschluss verschiedener Regionalversammlungen, Departements und Kommunen.
    Geändert von Uwe (25.11.2009 um 15:37 Uhr)

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