Benedikt von Nursia

Das Leben des Benedikt liegt zwar nicht im historischen Dunkel, doch ist es in erster Linie eine Schrift Papst Gregors des Großen aus dem 6. Jahrhundert, die Aufschlüsse über den Lebenslauf des ersten Benediktiners gibt. Ihre Glaubhaftigkeit ist allerdings umstritten, da Benedikt dort nur als vollendeter Diener Gottes dargestellt wird.


Benedikt von Nursia, Kloster Subiaco

Bete und Arbeite - Ora et Labora

Das Mönchstum des Abendlandes bekam durch Benedikt von Nursia seine Grundlage. Das "Bete und Arbeite" der Benediktusregel hat die Kultur in Europa entscheidend geprägt. Benedikt von Nursia wird deshalb auch "Patron Europas" oder "Vater des Abendlandes" genannt.

Benedikts Eltern waren Großgrundbesitzer. Er hatte eine Zwillingsschwester mit Namen Scholastika. Nach der Beendigung der Schule ging Benedikt nach Rom um dort zu studieren. Er brach sein Studium jedoch ab, da ihn der Sittenverfall in der Stadt schockierte. Er beschloss, Eremit zu werden und strenge Enthaltsamkeit und Askese in der Einsamkeit zu praktizieren. Er wählte eine Höhle in der Nähe von Subiaco in den Sabiner Bergen als seine neue Wohnung. Dort meditierte er drei Jahre lang und wurde lediglich von einigen gleichgesinnten Freunden mit dem notwendigsten versorgt. Doch sein Eremitentum bleibt nicht länger verborgen. Mönche kamen zu ihm und baten, er möge den Vorsitz in ihrem Kloster übernehmen und dem klösterlichen Zusammenleben eine neue Regel geben. Benedikt gab diesem Verlangen nach. Er stellte äußerst strenge Regeln als Klostervorsteher auf. Das hatte zur Folge, dass versucht wurde, ihn mit einem Becher vergifteten Weins zu töten. Daraufhin ging Benedikt ins Tal von Subiaco zurück. Dort gründete er einige kleine Klöster. Doch auch diese Aufgabe nahm Benedikt nur kurz wahr. Die genauen Gründe sind nicht bekannt.

Monte Cassino


Kloster Monte Cassino

So ging Benedikt in die Berge und gründete auf dem Monte Cassino ein Kloster. Eine kleine Gruppe treuer Anhänger folgte ihm. Die neue Mönchsgemeinschaft verschrieb sich allein dem Gebet und der Arbeit. Benedikt arbeitete an einer ausführlichen Regel für das Zusammenleben im Kloster. Er stellte einen Abt als Stellvertreter Christi an die Spitze des Klosters.
Der Tagesablauf im Kloster wurde von ihm exakt vorgezeichnet. Er war gekennzeichnet durch die Stundengebete, die Schriftlesung sowie die Arbeit. Auch wie die Mönche untereinander und miteinander umzugehen hatten, wurde von Benedikt vorgeschrieben. Gehorsam gegenüber dem Abt, Besitzlosigkeit und Keuschheit waren weiter Grundlagen des Zusammenlebens im Kloster. Ein Mönch musste sich darüber hinaus üben in Demut und Schweigsamkeit. Wer in das Kloster und die Gemeinschaft aufgenommen werden wollte, musste ein Gelübde ablegen. Und allein durfte ein Mönch das Klostergebäude erst verlassen, wenn er stark genug war, um allen Versuchungen und Feindseligkeiten zu widerstehen.
Im Jahr 547 starb Benedikt. Bis dahin war er Abt im Kloster Monte Cassino. Die Benediktsregel wurde allerdings erst ab dem 9. Jahrhundert zur verbindlichen Grundlage des abendländischen Mönchstums.